Seit einer Woche ermittelt die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen den ehemaligen Kanzler Sebastian Kurz und sein engstes Umfeld. Es geht um positive Berichterstattung im Gratisblatt „Österreich“ und frisierte Umfragen, die darüber in Umlauf gebracht wurden. Schwer wiegt auch der Vorwurf, die Dienste und Inserate seien mit Steuergeldern finanziert worden. Sebastian Kurz und sein Nachfolger Alexander Schallenberg weisen die Vorwürfe zurück. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Personen aus Kurz‘ Umfeld. Noch gilt bei allen die Unschuldsvermutung.

Verdacht auf Vernichtung von Beweismaterial

In diesem Zusammenhang hat zuletzt die Meinungsforscherin Sabine Beinschab für Schlagzeilen gesorgt. Sie wurde am Dienstag kurzfristig wegen des Verdachts festgenommen, Beweise vernichtet zu haben. Sie soll vor einer Razzia durch die Staatsanwaltschaft die Festplatte ihres Arbeitsrechners gelöscht haben. Ein Antrag auf Untersuchungshaft sei nicht gestellt worden, wie die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) mitteilte. Beinschab sei daraufhin wieder freigelassen worden.

Beinschab ist Teil eines Teams, das den damaligen Außenminister Sebastian Kurz 2016 und 2017 beim Aufstieg an die Spitze Österreichs und der Volkspartei unterstützt haben soll. Die Beschuldigten im Überblick.

Quellen: „Der Falter“, „Der Standard“, ORF

cl