Nach Brexit und Würstchen-Streit
Nordirland: Zollregeln heizen Stimmung zwischen Großbritannien und EU an

Ein zum Brexit-Vertrag gehörendes Nordirland-Protokoll soll verhindern, dass Grenzkontrollen an der inneririschen Grenze nötig werden.

© Paul Faith / AFP

Zollregeln, der Umgang mit der inneririschen Grenze und die Rolle des Europäischen Gerichtshofs – nach dem Brexit sorgt die Stellung Nordirlands weiter für Spannungen.

Der Austritt Großbritanniens aus der EU ist seit Anfang vergangenen Jahres offiziell vollzogen. Die Briten sind nicht mehr Teil der politischen Gemeinschaft und des gemeinsamen Binnenmarktes. Die Stellung der britischen Provinz Nordirland in den neuen Beziehungen zwischen London und Brüssel sorgt aber weiterhin für erhebliche Spannungen. Ein Überblick:

Worum geht es?

Die irische Insel besteht aus der Republik Irland, die weiterhin zur EU gehört, und der britischen Provinz Nordirland. Letztere war bis in die 1990er Jahre Schauplatz des blutigen Nordirland-Konflikts zwischen mehrheitlich protestantischen und pro-britischen Unionisten und mehrheitlich katholischen Befürwortern einer Wiedervereinigung mit der Republik Irland. Der Konflikt wurde mit dem Karfreitagsabkommen von 1998 beigelegt, das insbesondere dank der Mitgliedschaft sowohl Irlands als auch Großbritanniens in der EU möglich war.

Ein zum Brexit-Vertrag gehörendes Nordirland-Protokoll soll nun verhindern, dass infolge des britischen Austritts Grenzkontrollen an der inneririschen Grenze nötig werden. Denn dies könnte nach Einschätzung sowohl Londons als auch Brüssels zu einem Wiederaufflammen der Gewalt führen.

Wie ist die derzeitige Regelung?

Gemäß des Nordirland-Protokolls gehört die britische Provinz politisch zum Vereinigten Königreich, verbleibt aber de facto im europäischen Binnenmarkt. Das bedeutet, dass die…