Humanitäre Krise
Akute Hungersnot in Nordkorea: UN-Berichterstatter warnt vor Todesfällen

Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, während einer Ausstellung von Waffensystemen

© –/kcna / DPA

In Nordkorea herrscht eine akute Hungersnot, warnen die Vereinten Nationen. Um Todesfälle zu vermeiden, fordert ein UN-Sonderberichterstatter Sanktionen gegen das abgeschottete Land zu lockern. 

In Nordkorea herrscht nach UN-Angaben eine akute Hungersnot, die bei den physisch Schwächsten zum Tode führen könnte. Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechtsfragen, Tomas Ojea Quintana, fordert deshalb in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht, die UN-Sanktionen gegen Pjöngjang zu lockern. Nordkorea hat sich wegen der Corona-Pandemie auch selbst verstärkt abgeschottet.

UN-Ernährungsorganisation: Lücke von 860.000 Tonnen Lebensmitteln in Nordkorea

Im Juni war im nordkoreanischen Staatssender KCTV eingeräumt worden, dass eine Hungerkrise gebe. Der Machthaber Kim Jong Un sagte, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln werde „schwierig“. Quintana führte jetzt in seinem Bericht aus, die „verletzlichsten Kinder und älteren Leute“ seien der Gefahr des „Verhungerns“ ausgesetzt.

Nordkorea

Deutliche Botschaft an die USA und China – Kim Jong Un lässt Raketen sprechen

15.09.2021

Quintana forderte deswegen den UN-Sicherheitsrat auf, die gegen Nordkorea verhängten Sanktionen zu überprüfen und abzuschwächen, um die humanitäre und „lebenserhaltende“ Hilfe zu vereinfachen. Die UN-Ernährungsorganisation FAO hatte vor drei Monaten erklärt, in Nordkorea werde es in diesem Jahr eine Lücke von 860.000 Tonnen Lebensmitteln geben.

Kim machte am Dienstag die USA für die militärischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verantwortlich. Er erklärte, die Waffen Nordkoreas…