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Höhere Heizkosten, steigende Energiepreise: Dauerhaft höhere Inflation möglich

Die Heizkosten sind stark gestiegen.

© Thomas Trutschel/photothek.de / Picture Alliance

Die Energiepreise sind so teuer, wie seit Jahren nicht mehr. Auch die Heizkosten steigen massiv. Muss sich Deutschland an eine dauerhaft höhere Inflation gewöhnen?

Das Leben in Deutschland wird immer teurer. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes legten die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,1 Prozent zu. Damit überschritt die Inflation erstmals seit Dezember 1993 wieder die Vier-Prozent-Marke.

Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger kaufen können als zuvor. Auch für Sparer, die Geld beispielsweise auf mickrig verzinsten Tagesgeldkonten parken, sind steigende Inflationsraten bitter. Nach Berechnungen der Commerzbank-Tochter Comdirect verloren Spareinlagen in den ersten neun Monaten in Deutschland insgesamt rund 47 Milliarden Euro an Wert wegen niedrig verzinster Einlagen.

Warum zieht die Inflation an?

Die Teuerung wird derzeit von mehreren Faktoren angeheizt, allen voran von massiv gestiegenen Energiepreisen. „Am offensichtlichsten ist der Teuerungseffekt im Energiesektor und somit bei Gas- und Strompreisen“, erläutert Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der Fondsgesellschaft Union Investment. „In wenigen anderen Bereichen stehen Angebot und Nachfrage aktuell in einem ähnlich großen Missverhältnis.“ Die Weltkonjunktur erholt sich schneller vom Corona-Schock 2020 als zunächst erwartet. Der Energiehunger rund um den Globus ist entsprechend groß. Die starke Nachfrage treibt die Rohöl- und Gaspreise in die Höhe. Zudem hat der kalte zurückliegende Winter Lagerbestände geleert und in Deutschland sind seit Januar 25 Euro je Tonne Kohlendioxid (CO2) fällig, das beim…