Schwere Vorwürfe
Amazon soll systematisch Produkte kopieren – und sie vor den Originalen anbieten

Neben unzähligen Produkten anderer Hersteller versendet Amazon auch immer mehr Eigenmarken

© Robert Michael / DPA

Immer wieder wurde der Verdacht geäußert, Amazon kopiere beliebte Produkte, um sie selbst anbieten zu können. Nun sollen Dokumente aus Indien beweisen, dass das tatsächlich geschehen ist.

Ob Batterien, Bürostühle oder eine Hundetransportbox: Bei Amazon gibt es mittlerweile fast alles. Und immer mehr davon wird vom Handelsriesen selbst angeboten. Alle drei Beispiele oben gibt es von der Eigenmarke Amazon Basics. Doch ganz mit rechten Dingen kann das nicht vorgehen, heißt es immer wieder. Der Vorwurf: Amazon soll sein Wissen um Kundenwünsche missbrauchen, um beliebte Produkte zu kopieren und dann bevorzugt anzubieten. Dokumente aus Indien sollen das nun beweisen.

Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf interne Dokumente. Tausende Seiten von internen E-Mails, Strategiepapieren und Präsentationen sollen den Journalisten vorliegen. Und ein systematisches Vorgehen des Konzerns dokumentieren, von dem auch hochrangige Manager des Konzerns in den USA gewusst haben sollen.

Systematisches Kopieren

Das Amazon-Team, das für die Eigenmarken im indischen Markt verantwortlich ist, soll demnach genau das getan haben, was Kritiker dem Konzern vorwarfen. Sie werteten interne Daten zu Verkäufen und Retouren aus, um Referenzprodukte in einzelnen Angebotsbereichen zu identifizieren und diese dann nachzubauen. Als Beispiel nennt der Bericht unter anderem T-Shirts des in Indien beliebten Herstellers John Miller, deren Abmessungen bis zu Details wie der Ärmellänge exakt in Amazons eigener Variante übernommen wurden.

Doch damit war der Missbrauch der eigenen Handelsdaten noch nicht erschöpft. Die Unterlagen…