Die fast 200 Teilnehmerstaaten verpflichten sich, die Artenvielfalt bei allen Regierungsentscheidungen zu fördern. Das soll laut einer Mitteilung der Vereinten Nationen dazu beitragen, dass sich die bedrohte Biodiversität bis spätestens 2030 erholt.

Der Text sei ein starkes Signal an die internationale Gemeinschaft, sagte der chinesische Umweltminister Huang Runqiu. Er sei jedoch nicht „rechtlich bindend“.

In der nach dem Tagungsort benannten „Erklärung von Kunming“ legen sich die Staaten auch nicht auf konkrete Maßnahmen fest, um bestimmte Ziele im Bereich des Artenschutzes zu erreichen. Angedacht ist aber, schädliche Subventionen – etwa in der Landwirtschaft – auslaufen zu lassen oder in andere Bereiche umzuleiten. Zudem könnten indigene Völker beim Artenschutz mitwirken und in die Entscheidungen eingebunden werden.

UN-Generalsekretär António Guterres sprach zu den Delegierten aus fast 200 Ländern

Ein bisschen wie Paris

Einem bisherigen Entwurf für das globale Abkommen zufolge sollen sich die Länder dazu verpflichten, bis 2050 „im Einklang mit der Natur zu leben“. Dafür werden 21 „Ziele für dringende Maßnahmen“ formuliert. So sollen 30 Prozent der Fläche an Land und im Meer bis zum Jahr 2030 unter Schutz gestellt werden und die Ausgaben für den Artenschutz innerhalb eines Jahrzehnts auf umgerechnet 173 Milliarden Euro jährlich steigen.

Das neue Abkommen mit konkreten Zielen zum Schutz der biologischen Vielfalt soll bei einem Präsenztreffen vom 25. April bis 8. Mai kommenden Jahres wieder in Kunming verabschiedet werden. Es wird gerne mit dem Pariser Klimaabkommen verglichen, wird aber weniger bindend sein.

Schon 2010 hatten sich die Vertragsstaaten im japanischen Aichi als Ziel gesetzt, den Schwund der Artenvielfalt bis 2020 zu stoppen. Die Vorgaben wurden allerdings weit verfehlt, wie der bilanzierende Bericht zum Zustand der Biodiversität in dem Jahr feststellte.

Konkrete Schritte für mehr Artenschutz sollen nächstes Jahr beschlossen werden – beim…