Die irische Autorin Sally Rooney ist international erfolgreich, seit sie 2017 ihr Erstlingswerk „Gespräche mit Freunden“ veröffentlichte. Ihr zweiter Roman wurde prompt fürs Fernsehen verfilmt. Die Serie erhielt gleich vier Emmy-Nominierungen. Im September 2021 veröffentlichte Rooney ihren dritten Roman „Schöne Welt, wo bist du“. 

Israelische Leser und Leserinnen werden sich aber noch etwas gedulden müssen, denn jetzt machte die Schriftstellerin laut Medienberichten deutlich, dass sie es nicht verantworten könne, „unter den gegenwärtigen Umständen (…) einen neuen Vertrag mit einem israelischen Unternehmen anzunehmen, das sich nicht öffentlich von der Apartheid distanziert und die von den Vereinten Nationen festgelegten Rechte des palästinensischen Volkes unterstützt“. Bei offiziellen Stellen in Israel stieß die Entscheidung auf deutliche Kritik.

Der Roman „Schöne Welt, wo bist du“ erschien im September 2021

Unterstützung der Israel-Boykott-Bewegung

Die junge Autorin blieb dabei und bekundete ihre Solidarität mit der Israel-Boykott-Bewegung BDS („Boycott, divestment, sanctions“), die seit 2019 vom Deutschen Bundestag als antisemitisch eingestuft wird. „In diesem speziellen Fall folge ich dem Aufruf der palästinensischen Zivilgesellschaft, einschließlich aller großen palästinensischen Gewerkschaften und Schriftstellergewerkschaften“, so Rooney.

Ihre ersten beiden Romane „Gespräche mit Freunden“ (2017) und „Normale Menschen“ (2018) wurden noch von dem israelischen Verlag Modan veröffentlicht. Der Verlag wollte sich auch die Rechte zu ihrem neuesten Werk kaufen. Rooneys frühere Werke hätten sich in Israel „sehr gut“ verkauft, so der Verlag.

Hebräische Übersetzung ja, bei israelischem Verlag nein

Einer Übersetzung ins Hebräische gegenüber ist die Autorin aber nicht abgeneigt. Im Gegenteil, es wäre ihr laut der englischen Zeitung „The Guardian“ eine „Ehre“, solange die „Rechte in einer Weise zu verkaufen sind, die den institutionellen…