Schon im August hatte Polen mit dem Bau eines provisorischen Zauns entlang der Grenze zu Belarus begonnen. Die Regierung will damit dem wachsenden Andrang von Migranten aus Krisengebieten, die über Belarus illegal in die EU einreisen wollen, etwas entgegenhalten. Momentan handelt es sich noch um einen Stacheldrahtverhau von etwa 2,50 Metern Höhe, der aber zu einer Barriere von „solider Höhe“ ausgebaut werden soll, wie es Innenminister Mariusz Kaminski formulierte.

Die Anlage soll mit einem Überwachungssystem und Bewegungsmeldern ausgestattet werden. Für das Projekt ist ein Etat von umgerechnet 366 Millionen Euro vorgesehen. Das Parlament muss das Vorhaben billigen. Dort hat die nationalkonservative Regierungspartei PiS zwar keine Mehrheit mehr, ein positives Votum ist aber trotzdem wahrscheinlich.

Für den Ausbau der Stacheldratbarriere an der polnischen Grenze will die Regierung in Warschau einen dreistelligen Millionenbetrag ausgeben

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte im Mai als Reaktion auf verschärfte Sanktionen der Europäischen Union angekündigt, Migranten nicht mehr an der Weiterreise nach Polen und ins Baltikum zu hindern. Die EU beschuldigt Lukaschenko, Menschen in organisierter Form aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Zwar haben auch Lettland und Litauen ihre Grenzsicherung verschärft, aber Tausende kommen trotzdem durch, teils mit Hilfe von Schleppern.

Mehr Migranten kommen von Belarus bis nach Deutschland

An der deutschen Grenze zu Polen etwa werden fast täglich größere Gruppen von Menschen entdeckt. Die Bundespolizei registrierte seit August bereits mehr als 4300 Menschen, die unerlaubt nach Deutschland einreisten. Sie stammen vorrangig aus dem Irak sowie aus Syrien, Jemen und dem Iran. Polen teilt eine Grenze mit den deutschen Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Vom Bundesinnenministerium hieß es dazu, die Bundespolizei treffe die erforderlichen Maßnahmen, insbesondere im…