Die Fußball-Weltmeisterschaft kann – ebenso wie die Olympischen Spiele – zur Völkerverständigung beitragen. Das hatte FIFA-Boss Gianni Infantino wohl im Sinn, als er sich nun mit einer schlagzeilenträchtigen Idee nach Israel aufmachte. Dort hat Infantino zunächst Andeutungen gemacht, und dann bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten die Katze bzw. den Ball aus dem Sack gelassen: Wenn es nach dem FIFA-Boss geht, könnte im Jahr 2030 eine Weltmeisterschaft in Israel und anderen Staaten aus der Region stattfinden. Diese sollten von den Vereinigten Arabischen Emiraten angeführt werden, teilte das Büro von Israels Regierungschef Naftali Bennett nach einem gemeinsamen Treffen mit.

„Visionen, Träume und Ambitionen“

Man hätte sich denken können, mit welchem Vorstoß Infantino in Israel um die Ecke kommt. Zuvor hatte er bei einer Konferenz der „Jerusalem Post“ auf die Frage nach der Möglichkeit einer WM in Israel geantwortet, dass „nichts unmöglich“ sei. „Man muss Visionen, Träume und Ambitionen haben“, betonte der 51-Jährige und verwies auf den Normalisierungsprozess zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Also ist es eine Option, Co-Gastgeber zu sein.“

„Eine Option, Co-Gastgeber zu sein“: FIFA-Chef Gianni Infantino

Natürliche Partner?

Eine realistische Option? „Also, ich denke, da sind wir nicht ganz weit entfernt“, sagt Robert Chatterjee, stellvertretender Chefredakteur der auf Nahost-Themen spezialisierten Zeitschrift Zenith. Zumal eher Ägypten oder Jordanien ein natürlicher Partner für die Israelis wären, wie Chatterjee im Gespräch mit der DW betont. Einen solchen Wettbewerb könnten die Israelis aber durchaus ausrichten, schließlich hätten sie das bei der U21-Europameisterschaft bereits unter Beweis gestellt.

Konkurrenzlos ist die Sache nicht. Für das Turnier in neun Jahren planen auch die südamerikanischen Länder Uruguay, Argentinien, Paraguay und Chile einem gemeinsame Bewerbung. Die vier britischen Verbände…