Deutscher Bundestag
FDP will nicht neben AfD sitzen: So funktioniert die Sitzplatzvergabe im Parlament

Die Sitzplatzvergabe im Deutschen Bundestag hat eine lange Tradition und reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück.

© Liesa Johannssen/ / Picture Alliance

Anfang der Woche hat die FDP einen Antrag gestellt. Es geht um die Sitzordnung im Bundestag. Neben der AfD möchte die Fraktion nicht mehr sitzen und nun mit der CDU die Plätze tauschen. Ob das klappt?

Es sei kein Spaß neben der AfD zu sitzen, begründete der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Stephan Thomae den Wunsch der Fraktion in der „Augsburger Allgemeinen“. Vulgäre und sexuell anzügliche Kommentare aus den rechten Reihen gegen die weiblichen Mitglieder seien ein Grund, die Sitzordnung im Parlament zu überdenken. Die Fraktion hatte angekündigt, in der neuen Legislatur die Plätze mit der CDU tauschen zu wollen. Nach dem Wahlergebnis sieht sich die FDP als Partei der bürgerlichen Mitte – die Entscheidung, sich im Bundestag entsprechend zu platzieren, trägt damit auch eine gewisse Symbolik.

Die Union weigert sich, den Wunsch der Liberalen nachzukommen, und hat den Antrag auf Änderung der Sitzordnung abgelehnt. „Auf die Idee, sich als Koalition selbst geschlossen prominent in die Mitte des Plenums zu setzen und die Opposition auf die Plätze am Rand zu verweisen, ist in der Geschichte noch keine Koalition gekommen“, sagte Partick Schnieder, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU, zum stern. „Das war bislang nicht der Umgang der Fraktionen im Bundestag, egal wie die Mehrheiten waren.“

Tatsächlich stand die Platzfrage in der Vergangenheit schon öfter im Raum. 2017 hatte die FDP, kurz nachdem die AfD in den Deutschen Bundestag einzog, einen Umzugsantrag gestellt. Weil der Erfolg damals ausblieb, startet die Fraktion vier Jahre später einen weiteren Versuch. Grund für das Scheitern 2017 waren…