Cyber-Kriminalität
Allianz erwartet mehr Hacker-Attacken auf Lieferketten

Die Allianz warnt vor einer steigenden Zahl von Online-Erpressungsangriffen auf die stockenden globalen Lieferketten. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

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Rund um den Globus leiden Industrie und Handel seit Monaten unter Lieferschwierigkeiten. Kriminelle Cyberbanden könnten die Situation nach Einschätzung der Allianz noch verschlimmern.

Die Allianz warnt vor einer steigenden Zahl von Online-Erpressungsangriffen auf die stockenden globalen Lieferketten.

Unternehmen, die für Wirtschaft und Gesellschaft essenzielle Güter ausliefern, gehören nach Einschätzung des zur Allianz gehörenden Industrieversicherers AGCS zu den besonders gefährdeten Zielscheiben.

Ein weiteres Angriffsziel sind demnach IT-Dienstleister, deren Systeme mit einer Vielzahl von Rechnern in Kundenunternehmen vernetzt sind. Auf diesem Weg könnten Cyberkriminelle innerhalb kurzer Zeit Erpressungssoftware innerhalb kurzer Zeit auf einer Vielzahl von Rechnern unterschiedlicher Unternehmen installieren, schreiben die AGCS-Fachleute in ihrem am Mittwoch veröffentlichten «Cyber Report». Attacken auf Lieferketten seien der «nächste große Trend», sagte AGCS-Manager Jens Krickhahn.

Derartige Ransomware-Angriffe hat es in den vergangenen Monaten bereits mehrfach gegeben, die AGCS-Fachleute erwarten beziehungsweise fürchten jedoch weiter steigende Fallzahlen. Ransomware bedeutet, dass Hacker die Rechner angegriffener Unternehmen verschlüsseln und hohe Summen für die Freigabe der Systeme verlangen. Eine übliche Methode ist der Versand von Mails mit Verschlüsselungssoftware in einer angehängten Datei an Behörden und Unternehmen. Im Mai hatten Hacker die Systeme des US-Benzinlieferanten Colonial Pipeline lahm gelegt, Folge war eine zeitweise Einschränkung der Benzinversorgung an der US-Ostküste.