Bertelsmann Stiftung
Kombireform von Ehegattensplitting und Minijobs profitabel

Eine Reform soll viele Frauen und vor allem Mütter aus der «Zweitverdienerinnenfalle» holen. (Archivbild) Foto: Christian Charisius/dpa

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Eine Reform soll viele Frauen und vor allem Mütter aus der «Zweitverdienerinnenfalle» holen. Es ist kein Zufall, dass die Bertelsmann Stiftung ihre Reformvorschläge gerade jetzt vorlegt.

Eine Kombireform von Ehegattensplitting und Minijobs könnte laut Bertelsmann Stiftung 124.000 Menschen in «gute» Beschäftigung bringen. Davon würden vor allem Frauen profitieren, an die rund 108.000 dieser zusätzlichen sozialversicherungs- und steuerpflichtigen Jobs gehen könnten. Zu diesem Ergebnis kommen Berechnungen des beauftragten Ifo-Instituts, die die Stiftung in Gütersloh am Mittwoch veröffentlichte.

Für viele Frauen und vor allem Mütter lohne sich derzeit die Aufnahme einer «substanziellen Beschäftigung» nicht. Aktuell seien diese auf dem Arbeitsmarkt durch die Kombination aus Ehegattensplitting und den steuer- und abgabenfreien 450-Euro-Jobs benachteiligt, kritisierte die Arbeitsmarkt-Expertin der Stiftung, Manuela Barisic. Aktuell haben von 7,6 Millionen Ehefrauen zwischen 25 und 60 Jahren den Angaben zufolge etwa drei Viertel – rund sechs Millionen Frauen – ein geringeres Einkommen als ihr Partner.

Für diese Zweitverdienerinnen setze das Steuer- und Sozialversicherungssystem falsche Anreize. Sie müssten Einkommensteuer über dem üblichen Eingangssteuersatz von 14 Prozent zahlen. Grund sei das Ehegattensplitting, bei dem ein Ehepaar gemeinsam veranlagt wird. Das führe dazu, dass eine Zweitverdienerin in der Regel demselben Steuersatz unterliege wie der Erstverdiener.

Die Stiftung schlägt daher ein «Realsplitting» vor, bei dem beide Eheleute separat veranlagt werden. Der oft besser verdienende Ehemann dürfte…