Autobauer
Debatte um Auslastung des VW-Stammwerks Wolfsburg

Die Debatte über die künftige Auslastung des Stammwerks Wolfsburg gewinnt an Schärfe. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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Schon länger wird bei VW diskutiert, wie sich möglichst viele Jobs im E-Zeitalter sichern lassen – nicht zuletzt am Stammsitz Wolfsburg. Konzernchef Diess soll erneut einige forsche Äußerungen dazu gemacht haben.

Droht Volkswagen ein neuer Konflikt um die Zukunft der Jobs beim Wandel zur E-Mobilität? Die Debatte über die Auslastung des Stammwerks Wolfsburg gewinnt jedenfalls an Schärfe – wenige Wochen vor Beschlüssen zu den Investitionen für die kommenden Jahre.

Die bei Europas größtem Autohersteller sehr einflussreiche IG Metall betonte am Mittwoch: «Klar ist, dass ein Stellenabbau von 30 000 Arbeitsplätzen nicht diskutabel ist.» Konzernchef Herbert Diess soll nach Informationen aus Unternehmenskreisen in der September-Sitzung des Aufsichtsrats über diese Zahl gesprochen haben. «Davon abgesehen wäre das ein Frontalangriff auf die Transformation unserer Branche.»

Eine andere Quelle berichtete, dabei habe Diess jedoch ein mögliches Langfrist-Szenario vorgetragen, was passieren könnte, falls etwa die Lieferkrise bei Elektronikchips anhalten sollte oder die Terminierung wichtiger VW-Zukunftsprojekte überdacht werden müsse. In diesem Zusammenhang habe er dann auch die Lage am Hauptsitz offensiv thematisiert, zur Überraschung der Kontrolleure. Zuvor hatte das «Handelsblatt» darüber berichtet – und auch einen neuen «Eklat» zwischen Diess und den Aufsehern beschrieben. Von einem Streit dieser Größenordnung war laut anderen Stimmen zunächst nicht die Rede.

Aus dem Umfeld der Arbeitnehmervertreter verlautete, der Topmanager habe bei seinen Gedanken offensichtlich auch eine Parallele zu den hohen Überkapazitäten in den 1990er Jahren gezogen….