Ostseefischerei
Fang von Hering und Dorsch nur noch eingeschränkt

Frisch gefangene Heringe. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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Die Krise spitzt sich zu: Angesichts einer drohenden Katastrophe für viele Bestände darf 2022 deutlich weniger gefangen werden. Ministerin Klöckner zeigt sich nach der Entscheidung enttäuscht.

Fischer dürfen in der westlichen Ostsee 2022 keinen Dorsch mehr und Hering nur noch in Ausnahmen gezielt fangen.

Die EU-Länder einigten sich am Dienstag angesichts bedrohter Bestände nach mehr als 24 Stunden Verhandlung darauf, dass beim Dorsch lediglich Beifang in Höhe von knapp 490 Tonnen möglich sein soll und nur noch 788 Tonnen Hering gefischt werden dürfen, wie aus einer Mitteilung der EU-Länder hervorgeht. Gezielte Heringsfischerei mit Schleppnetzen wird untersagt.

In diesem Jahr dürfen EU-weit noch 1600 Tonnen westlicher Hering und 4000 Tonnen westlicher Dorsch gefangen werden. Hintergrund der neuen Regeln sind besorgniserregende Entwicklungen vieler Fischbestände in der Ostsee.

In einer Mitteilung wies das Bundeslandwirtschaftsministerium darauf hin, dass es dem Beschluss nicht zustimme. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte vergeblich gefordert, dass über den westlichen Hering im Dezember entschieden werden sollte, weil dieser Bestand in nördlichere Gewässer wandert und auch andere Länder ihn fischen.

Verhandlungen mit diesen Ländern sind für Dezember angesetzt. Klöckner befürchtet, dass eine strikte EU-Entscheidung für die Ostsee andere Länder zu einer hohen Fangmenge in anderen Meeren verleiten könnte. Das erwartet auch der Direktor des Thünen-Instituts, Christopher Zimmermann. Die Folge werde sein, dass der Heringsbestand keine Chance bekomme, sich zu erholen.

Weitgehend einig sind sich der Deutsche…