Archäologie
Letzte Zuflucht der Neandertaler? Forscher entdecken seit 40.000 Jahren versiegelte Höhle in Gibraltar

Der Gorham-Höhlenkomplex in Gibraltar

© Clive Finlayson / Picture Alliance

Dort, wo höchstwahrscheinlich die letzten Neandertaler der Welt lebten, sind Wissenschaftler nun auf eine Höhlenkammer gestoßen, die seit 40.000 Jahren unberührt erhalten geblieben ist.

Dass die Neandertaler, die älteren Brüder des modernen Menschen, ihre letzte Heimat im Süden Europas hatten, ist schon länger bekannt. Einer der vielleicht letzten Zufluchtsorte der Urmenschen könnte der Gorham-Höhlenkomplex auf der Halbinsel Gibraltar, einer britischen Enklave im Süden Spaniens, gewesen sein. Ganz in der Nähe fanden Archäologen nun in einer weiteren Höhle eine Kammer, die vermutlich seit rund 40.000 Jahren durch Sedimente verschlossen war.

Die Wissenschaftler:innen des Nationalmuseums von Gibraltar hatten seit 2012 aktiv nach bisher unentdeckten Höhlen gesucht, die womöglich durch Sedimente verschlossen und somit unberührt erhalten geblieben sind. Es dauerte allerdings neun Jahre, bis man den erhofften Fund machte – vor einigen Wochen stießen die Forscher:innen auf eine große, bisher unbekannte Kammer in der Vanguard-Höhle, die nur wenige hundert Meter von der Gorham-Höhle entfernt an der Küste Gibraltars liegt.

Der Höhleneingang war durch Sand und Sediment verschlossen

Die Höhlenkammer hat einen Durchmesser von 13 Metern, Geröll, Sand und Steine hatten den Eingang vierzig Jahrtausende lang versiegelt. Die Archäolog:innen hoffen nun, dass sie auch hier Spuren vom Leben der Neandertaler finden werden, um mehr über die noch immer in vielen Punkten rätselhafte Menschenart herauszufinden. Denn dass die Neandertaler in der Region lebten, auch noch zu einem Zeitpunkt, als sie anderswo bereits ausgestorben waren, beweisen zahlreiche Funde aus der…