Krisenlage
Humanitäre Katastrophe: G20-Sondergipfel zu Afghanistan

Eine Frau hält eines ihrer beiden Babys, die in Kabul behandelt werden, auf dem Arm. Foto: Felipe Dana/AP/dpa

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Afghanistan droht eine humanitäre Katastrophe. Die Rechte von Frauen, Minderheiten und Regimekritikern werden massiv eingeschränkt. Heute beraten die G20-Staaten bei einem Sondergipfel.

Rund zwei Monate nach dem Fall Afghanistans an die Taliban beraten die wichtigsten Industrienationen in einem G20-Sondergipfel über die Zukunft des Landes am Hindukusch.

Auf Einladung des italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi soll in einer Videoschalte vor allem diskutiert werden, wie Afghanistan einerseits humanitär geholfen werden kann und wie andererseits die terroristische Gefahr zu bannen ist.

Zu dem virtuellen Treffen ab 13.00 Uhr sind neben den 20 wichtigsten Industrieländern auch Vertreter der Europäische Union, der Vereinten Nationen und internationaler Organisationen geladen.

Taliban führten Gespräche mit USA und Iran

Ein zentraler Aspekt der Beratungen ist, wie das Ausland mit den Taliban in Afghanistan umgeht. Am Wochenende hatten die Islamisten erstmals seit der Machtübernahme persönliche Gespräche mit Vertretern der USA geführt; in Doha tauschten sich die beiden Seiten «offen und professionell» aus, wie das US-Außenministerium mitteilte. Bei den Beratungen ging es demnach um Sicherheits- und Terrorismusfragen, um die Ausreise ausländischer Staatsangehöriger, um Menschenrechte und um Hilfen für den Großteil der afghanischen Bevölkerung.

«Wir müssen eine humanitäre Katastrophe verhindern», hatte zuletzt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Treffen mit Draghi in Rom gesagt und die italienische G20-Initiative begrüßt. Draghi hatte schon im August, als dramatische…