Pressestimmen

Rückzug aus Parteispitze
„Meuthens Scheitern macht die Erzählung von normaler AfD noch unglaubwürdiger“

Von links: AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen und die AfD-Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl, Tino Chrupalla und Alice Weidel

© Bernd von Jutrczenka/ / Picture Alliance

Der langjährige AfD-Chef Jörg Meuthen zieht sich von der Parteispitze zurück. Kommentatoren erkennen darin eine Kapitulation vor den radikalen Kräften in der Partei – und einen weiteren Bedeutungsverlust für die sogenannten Gemäßigten.   

Nach sechseinhalb Jahren hat Jörg Meuthen keine Lust mehr: Der langjährige AfD-Chef zieht sich von der Parteispitze zurück (der stern berichtete). Der ständige Spagat zwischen Berlin, Brüssel und seinem Zuhause, die internen Anfeindungen. Vielleicht spürt der Europaabgeordnete auch, dass es für seinen eher gemäßigten Kurs in der AfD keine Mehrheit mehr gibt.

„Meuthen muss erkennen, dass er nichts mehr ausrichten kann“, kommentiert etwa „Der Tagesspiegel“ den Rückzug Meuthens. Nun lasse sich die Partei „getrost abschreiben“, schlussfolgert die „Welt“. „Mit Meuthens Abschied verlieren die sogenannten Gemäßigten ihre Führungsfigur“, meint die „Süddeutsche Zeitung“. „Sie stehen offenbar auf verlorenem Posten.“ Die Pressestimmen.

Das Medienecho zum Meuthen-Rückzug: „Die AfD dürfte das Parteiensystem noch eine ganze Weile unter Stress setzen“

„Rheinische Post“: „Meuthens Rolle war immer die des bürgerlichen Vermittlers, des Wirtschaftsprofessors, der sich freiheitlich-konservative Motive auf die Fahnen schrieb. In Wahrheit hat er sich immer wieder mit extrem rechten Positionen und Personalien arrangieren müssen, ohne die er nie so lange im Amt hätte bleiben können. (…) Es bleibt abzuwarten, wer bei der Wahl zum neuen Parteivorsitz alles vorgeschlagen wird. Womöglich werden es undurchsichtige Manöver mit…