Angesichts einer drohenden Hungerkatastrophe will die EU-Kommission die Menschen in und um Afghanistan mit rund einer Milliarde Euro unterstützen. Das kündigte Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit Blick auf das virtuelle G20-Sondertreffen zu Afghanistan an. 300 Millionen Euro dieser Summe waren als humanitäre Hilfe bereits zuvor angekündigt worden. Die G20, in der die stärksten Volkswirtschaften wie Deutschland vertreten sind, berieten auf Einladung der italienischen Regierung über die humanitäre Lage am Hindukusch. Italien hat derzeit den G20-Vorsitz inne.

Zu den genannten 300 Millionen Euro hinzu kommen unter anderem mindestens 250 Millionen Euro für gesundheitliche Maßnahmen. Das Geld soll sowohl Menschen in Afghanistan als auch in den Nachbarstaaten zugutekommen. In den Nachbarstaaten sollen damit auch das „Migrationsmanagement“, der Kampf gegen Menschenschmuggel und organisiertes Verbrechen sowie Terrorismusprävention gefördert werden.

UN sollen koordinieren

Bei dem Gipfel beauftragten die G20-Staaten die Vereinten Nationen, die humanitäre Hilfe für Afghanistan zu koordinieren. Das teilte der italienische Ministerpräsident Mario Draghi als Gastgeber nach der Videokonferenz der 20 wichtigsten Industrienationen mit. Zudem seien sich alle Staats- und Regierungschefs einig, dass das Land nach der Machtergreifung der Taliban die Menschen- und vor allem Frauenrechte anerkennen müsse und kein Rückzugsort für Terroristen werden dürfen. „Wir dürfen nicht an den Punkt kommen wie vor 20 Jahren“, unterstrich Draghi. Er zeigte sich zufrieden, dass es das erste Mal eine gemeinsame Linie der weltweit wichtigsten politischen Entscheider beim Thema Afghanistan gebe. „Der Multilateralismus kehrt zurück, zwar mit Mühe, aber er kommt wieder.“

Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi hatte zu dem Video-Gipfel eingeladen

Merkel betont Rolle der UN

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte die Ankündigung der EU und bekräftigte zugleich, dass Deutschland in…