Der Vorfall bestimmt zurzeit eine weitere Debatte über Antisemitismus in Deutschland: Der Musiker Gil Ofarim, unter anderem bekannt durch seine Teilnahme an der populären Talentshow „The Voice of Germany“, wurde nach eigenen Angaben Anfang Oktober in einem Hotel in Leipzig schikaniert: Ein Gast und ein Mitarbeiter hätten ihn dazu aufgefordert, seine Kette abzulegen, wenn er in dem Hotel übernachten wolle. Ofarim trug einen Anhänger in Form eines Davidsterns.

In einem Video schilderte Ofarim den Vorfall und veröffentlichte es auf Instagram. Mehr als 3 Millionen Mal wurde es bisher angesehen und hat die Debatte über Judenfeindlichkeit in Deutschland neu entfacht. Das Hotel hat sich bei ihm entschuldigt, der betroffene Mitarbeiter hingegen eine Klage wegen Verleumdung gegen Ofarim eingereicht. Der Mitarbeiter schildert die Ergebnisse anders als der Musiker. 

Im DW-Interview betont Gil Ofarim, dass es ihm nicht um seine Person gehe: „Ich bin nur einer von vielen, denen es passiert.“ Dass es einen Prominenten brauche, um Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass jüdische Menschen tagtäglich in Deutschland diskriminiert würden, frustriere ihn: „Von den ganzen anderen Menschen, denen es jeden Tag passiert auf deutschen Straßen, redet keiner. Das ist für mich beschämend und traurig.“

Diskriminierung ist für jüdische Menschen in Deutschland Alltag

Bewusst habe er Antisemitismus zum ersten Mal in der weiterführenden Schule in München erlebt, berichtet Ofarim der DW. Ein Mitschüler fragte ihn, ob er Jude sei. „Ich antwortete mit ja. Daraufhin fing er an zu lachen und sagte: Dachau ist ja nicht weit von hier.“

Das Konzentrationslager Dachau lag rund 25 Kilometer entfernt von München. Es war eines der ersten, das nach der Machtergreifung durch Adolf Hitler eingerichtet wurde. Noch heute befindet sich dort eine der wichtigsten Gedenkstätten des Holocaust in Deutschland.

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