Das deutsche Pharmaunternehmen Curevac unternimmt einen neuen Anlauf für die Einführung eines Corona-Impfstoffs. Gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) konzentriert sich Curevac jetzt auf die Entwicklung eines Impfstoffkandidaten der zweiten Generation, wie das Unternehmen in Tübingen mitteilte. Zugleich zog es den Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) für seinen Corona-Impfstoff der ersten Generation zurück, der in Tests nicht die erhoffte Wirksamkeit erzielte. „Für das pandemische Produkt sind wir zu spät, das Zeitfenster hat sich geschlossen“, erklärte Curevac-Chef Franz-Werner Haas zur Begründung.

Nach Angaben von Curevac geht die EMA davon aus, dass für den zuerst entwickelten Impfstoff CVnCoV mit einer Zulassung frühestens im zweiten Quartal 2022 gerechnet werden kann. Zu diesem Zeitpunkt erwarten Curevac und GSK jedoch, dass die Kandidaten des Impfstoffprogramms der zweiten Generation bereits eine fortgeschrittene Phase der klinischen Entwicklung erreicht haben. Zudem bestehe größerer Bedarf an differenzierten Impfstoffen für die weitere Bekämpfung des Coronavirus.

Aktienkurs sinkt

An der Börse reagierten die Anleger mit Verkäufen auf die Ankündigung. Die Curevac-Aktien gaben an der Frankfurter Börse mehr als 14 Prozent nach. Seit Jahresauftakt haben sie rund die Hälfte an Wert verloren. Zu den finanziellen Auswirkungen des Ausstiegs aus dem Impfstoff werde sich das Unternehmen in den kommenden Wochen äußern, sagte Haas.

Neues Ziel für Curevac: Vorstandsvorsitzender Franz-Werner Haas (Archivbild)

Mit der Bundesregierung, die Anteile an Curevac hat, sei man im Gespräch. Der Bund war im vergangenen Jahr über die Aufbaubank KfW mit 300 Millionen Euro bei Curevac eingestiegen und hält laut KfW damit einen Anteil von 16 Prozent. Zu weiteren Verträgen oder möglichen Rückzahlungen nahm Haas keine Stellung und ergänzte: „Das wäre zu verfrüht.“

Vorvertrag aufgelöst

Mit der aktuellen…