US-Vizepräsidentin
Wo ist Kamala Harris? Entzauberung einer Hoffnungsträgerin

US-Vizepräsidentin Kamala Harris. Foto: Susan Walsh/AP/dpa

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Kamala Harris wurde bejubelt als erste Frau und erste Schwarze im US-Vizepräsidenten-Amt. Doch der große Enthusiasmus ist verflogen. In der jüngsten Krise von Präsident Biden war Harris weitgehend unsichtbar.

Kamala Harris sitzt in einem prunkvollen Raum in ihrem Amtsgebäude gleich neben dem Weißen Haus.

Von der verzierten Decke hängen Kronleuchter, hinter der US-Vizepräsidentin prangt ein gewaltiger goldgerahmter Spiegel an der Wand. Um den wuchtigen Tisch in der Mitte des Raums hat die Demokratin mehrere Kabinettsmitglieder versammelt, andere Vertreter von Ministerien sind per Video zugeschaltet. Der Anlass ist etwas weniger pompös: das Treffen einer Arbeitsgruppe «zur Organisierung und Stärkung von Arbeitnehmern». Nebenan im Weißen Haus geht es derweil ums Eingemachte.

Joe Biden kämpft seit Wochen um die innenpolitischen Kernvorhaben seiner Präsidentschaft: zwei gewaltige Investitionspakete, die wegen Widerstandes aus den Reihen der Demokraten im Kongress wackeln. Biden war zuletzt mit kaum etwas anderem beschäftigt, führte wesentliche Verhandlungsgespräche selbst. Harris dagegen spielte bei diesem zentralen Kraftakt der Regierung nach außen hin kaum eine Rolle.

Welche Art von Vize ist sie für Biden?

Biden hat versprochen, als echtes Team mit Harris zu regieren und sie maßgeblich in alle großen Entscheidungen einzubinden. Im Kampf um sein innenpolitisches Vermächtnis aber scheint es, als setze der 78-Jährige vor allem auf seine eigenen Erfahrungen und Kontakte. Harris war zwar Senatorin, bevor sie Vizepräsidentin wurde. Aber sie saß nur vier Jahre im Senat, Biden dagegen 36 Jahre. Seine Jahrzehnte im Kongress und seine außenpolitische Erfahrung waren ein…