Laut Wissenschaftlern steht die Welt am Anfang des sechsten Massensterbens in der Erdgeschichte. Etwa alle zehn Minuten sterbe eine Tier-, Pilz- oder Pflanzenart aus, heißt es. Knapp 200 Vertragsstaaten der UN-Konvention für die biologische Vielfalt (CBD) beraten auf der 15. Weltnaturkonferenz (Cop15), wie sich das rasante und gefährliche Artensterben stoppen lässt. Das einwöchige Treffen findet unter dem Vorsitz Chinas vor allem virtuell und mit örtlichen Vertretern in der südwestchinesischen Stadt Kunming statt.

Und die Uhr tickt: So warnt der Weltbiodiversitätsrat vor dem Aussterben von einer Million Arten schon in den kommenden zehn Jahren und dramatischen Folgen für die Lebensgrundlagen der Menschen.Gesunde Ökosysteme und biologische Vielfalt seien die Basis für Wohlstand, Wohlergehen, Ernährung und Gesundheit, mahnen Experten. Die Ökosysteme garantierten saubere Luft, Trinkwasser, ertragreiche Böden, ein stabiles Klima und Widerstandsfähigkeit gegen Naturkatastrophen. 

Artensterben bedroht Landwirtschaft und Medizin

Mehr als 75 Prozent der Feldfrüchte weltweit, darunter viele Obst- und Gemüsesorten, Kaffee und Kakao sind von natürlichen Bestäubern wie etwa Insekten abhängig. Und auch für den Fortschritt der Medizin wäre ein noch stärkerer Verlust der biologischen Vielfalt eine Katastrophe, denn viele Medikamente kommen aus der Natur – rund 70 Prozent sind es allein bei der Krebsbehandlung.

Durch die Zerstörung der artenreichen Regenwälder gehen viele Heilpflanzen verloren

Auf der UN-Konferenz wollen die Staaten, ähnlich wie bei der Weltklimakonferenz von Paris, eine verpflichtende Rahmenvereinbarung zum Schutz der Artenvielfalt erarbeiten. Bisherige Versuche scheiterten. Vorgeschlagen ist, 30 Prozent der Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen. Derzeit sind es rund 15 Prozent an Land und sieben Prozent des Meeres. Gefordert werden zudem Vorgaben für weniger Düngemittel, Pestizide und Plastik. Deutschland und die EU haben sich hinter…