von Eugen Epp
11.10.2021, 09:06 Uhr

Vor fünf Jahren wurde bei Marco Russ, damals Bundesligaspieler bei Eintracht Frankfurt, Krebs diagnostiziert. Mittlerweile ist Russ wieder gesund – und spricht im stern-Interview über seine Erkrankung.

Im Mai 2015 bekam Marco Russ die Schockdiagnose: Hodenkrebs. Russ spielte damals in der Fußball-Bundesliga bei Eintracht Frankfurt, stand mitten im Leben. Seine Erkrankung sorgte für große Anteilnahme im Fußball und darüber hinaus. Russ überstand die Erkrankung und konnte sogar wieder in der Bundesliga auflaufen.

Heute ist es ihm ein Anliegen, Menschen – vor allem Männer – dafür zu sensibilisieren, Krebsvorsorge ernstzunehmen. In seiner Autobiografie „Kämpfen. Siegen. Leben – ein Leben für den Fußball und gegen den Krebs“ erzählt Russ offen und ehrlich von seiner Fußballkarriere und der Zeit seiner Erkrankung. Der stern hat mit ihm darüber gesprochen.

Marco Russ: „Krebs kann jeden treffen“

stern: Marco Russ, vor mehr als fünf Jahren wurde bei Ihnen Hodenkrebs festgestellt. Spüren Sie heute noch Nachwirkungen?
Marco Russ:
Eigentlich nicht. Ich hatte über ein paar Wochen oder Monate manchmal ein wiederkehrendes Piepsen im Ohr, das durch die Chemotherapie entstanden ist. Aber eigentlich bin ich wieder so, wie ich vor der Erkrankung war.

Sie haben Glück gehabt: Eigentlich wurde der Tumor bei Ihnen mehr oder weniger zufällig entdeckt, bei einer Dopingkontrolle …
Definitiv. Normalerweise wird man zufällig zu Doping-Kontrollen gelost. Da hat man bei mir gemerkt, dass ein Wert zu hoch war und hat mich dann wieder zur Kontrolle bestimmt, um zu schauen, ob sich der Wert verändert. Irgendwann ist die Nada (Nationale Anti-Dopingagentur, Anm. d. Red.) auf uns zugekommen, weil sie den Verdacht hatte, dass ich dope. Dabei ging es aber um einen Stoff, der auch vom Körper selbst produziert werden kann.