Lange war Australien mit einer „No-COVID“-Strategie glimpflich durch die Pandemie gekommen. Aber die hochansteckende Delta-Variante des Corona-Virus verhagelte die zunächst positive Bilanz: Der Bundesstaat an der Ostküste – und damit auch der Großraum Sydney – war lange Zeit die am schlimmsten heimgesuchte Region des Landes. Anfang September wurden teilweise mehr als 1500 neue Fälle am Tag gemeldet.

Die Maßnahmen waren drastisch: Seit Ende Juni stand in Sydney das öffentliche Leben quasi still. Wegen des Delta-Ausbruchs war den Bürgern nur noch in Ausnahmefällen erlaubt, ihre Häuser zu verlassen. Und dann durften sie sich nicht mehr als fünf Kilometer von ihrer Wohnung entfernen.

Impfquote über dem Landesdurchschnitt

Doch die Impfquote steigt und die Zahl der Neuinfektionen in der Region sinkt: An diesem Montag wurde 496 Ansteckungen verzeichnet. Nachdem in der Vorwoche über 70 Prozent der Bevölkerung ihre zweite Impfdosis erhalten hatten, wurden die Maßnahmen jetzt nach 106 Tagen Lockdown erheblich gelockert. Zum Vergleich: Landesweit liegt die Impfquote in Australien aktuell bei knapp 62 Prozent.

Medien feierten die Lockerungen als „Freedom Day“, als Freiheitstag. Allerdings gelten die neuen Freiheiten nur für vollständig Geimpfte. „Wir führen die Nation aus der Pandemie heraus“, sagte Regionalpremier Dominic Perrottet. Er fügte aber hinzu, es werde dabei Herausforderungen geben. „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.“

Regionalpremier Perrottet in einem Pub: „100 Tage Blut, Schweiß und kein Bier“

Unter anderem dürfen sich Geimpfte ab sofort wieder draußen in Gruppen von bis zu 30 Menschen treffen. In Häusern sind Treffen von zehn Menschen erlaubt. Geschäfte, Restaurants und Friseure können wieder öffnen, allerdings nur unter Einhaltung der Distanzregeln, was auch für Museen, Kinos und Fitnessstudios gilt. Die Anzahl der Besucher in Stadien und Zoos ist zunächst auf 5000 begrenzt.

Andrang bei Friseuren und Fitnessstudios

Vor vielen Geschäften…