Nach sechseinhalb Jahren
Jörg Meuthen will sich aus AfD-Spitze zurückziehen

Er werde seine politische Arbeit fortsetzen „und meine Stimme hörbar einsetzen“, schrieb Meuthen in einem Rundschreiben

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Nach sechseinhalb Jahren an der Spitze der AfD hat Jörg Meuthen keine Lust mehr. Der 60-Jährige steht für einen vergleichsweise gemäßigten Kurs und hatte sich damit mit Vertretern der rechtsextremen Strömungen der Partei angelegt.

Der langjährige AfD-Parteichef Jörg Meuthen zieht sich zurück. Er habe sich nach intensiven Überlegungen und Gesprächen mit seiner Familie entschlossen, bei der Neuwahl des Parteivorstandes im Dezember nicht mehr für den Spitzenposten zu kandidieren, schrieb er am Montag in einem Rundschreiben an die AfD-Mitglieder.

Der 60-Jährige teilt sich den Vorsitz aktuell mit Tino Chrupalla, der gemeinsam mit Alice Weidel die Bundestagsfraktion führt. Er werde seine politische Arbeit aber fortsetzen „und meine Stimme hörbar einsetzen“, fügte Meuthen in seinem Brief hinzu.

Meuthen ist Europaabgeordneter. Er hatte in den vergangenen zwei Jahren für einen gemäßigteren Kurs der AfD plädiert. Damit hat er sich Feinde gemacht in der Rechtsaußen-Strömung der Partei um den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke. Diese Strömung wird vom Verfassungsschutz als rechtsextreme Bestrebung beobachtet. Über Meuthens Rückzug von der Parteispitze hatte zuerst das Portal „t-online“ berichtet.

Neuer Co-Vorsitzender soll aus dem Westen kommen

„Das ist eine persönliche Entscheidung von Jörg Meuthen“, sagte Chrupalla der Deutschen Presse-Agentur. Das Verhältnis zwischen den beiden Co-Vorsitzenden war zuletzt sehr angespannt.

Die AfD will ihren neuen Parteivorstand auf einem zweitägigen Bundesparteitag in Wiesbaden wählen, der für den 11. Dezember geplant…