Ab kommendem Freitag gilt in Italien 3G auch am Arbeitsplatz. Dann muss man beispielsweise nicht nur in Restaurants, Kinos oder Sportstadien mit dem „grünen Pass“ belegen, dass man gegen Corona geimpft, von der Krankheit genesen oder negativ getestet ist, sondern auch in Büro und Betrieb. Um gegen die neue Regelung zu demonstrieren, waren am Sonnabend in mehreren Städten des südeuropäischen Landes Tausende auf die Straße gegangen. In Rom eskalierte der Protest.

Mehrere hundert Menschen spalteten sich in der italienischen Hauptstadt vom Demonstrationszug ab und versuchten, zum Parlament zu marschieren und offenbar auch zum nahegelegenen Amtssitz von Ministerpräsident Mario Draghi vorzudringen. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Demonstranten griffen zudem den Sitz des Gewerkschaftsverbands CGIL an. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, um sie zu stoppen. Eine aufgebrachte Menge attackierten Wachleute mit Stöcken und Fahnenstangen. Randalierer drangen in das Innere der Gewerkschaftszentrale vor, wie auf Amateuraufnahmen zu sehen ist, und verwüsten dort Büros. Drei Carabinieri wurden verletzt.

Verwüstetes Büro in der CGIL-Zentrale: „Akt faschistischer Gewalt“

Am Samstagabend griffen dann etwa 30 Menschen die Notaufnahme eines Krankenhauses an, in dem einer ihrer festgenommenen Mitstreiter wegen einer Verletzung behandelt wurde. Wie die Nachrichtenagentur Ansa meldet, brachen Randalierer die Tür auf und gerieten mit Ordnungskräften und medizinischem Personal aneinander. Vier Menschen wurden verletzt, unter ihnen eine Krankenschwester, die von einer Flasche am Kopf getroffen wurde. 

Zwölf Festnahmen

Am Tag nach den gewaltsamen Ausschreitungen nahm die Polizei zwölf Menschen fest. Auch mehrere Mitglieder der rechtsextremen Partei Forza Nuova kamen in Gewahrsam, darunter Generalsekretär Roberto Fiore und der römische Parteichef Giuliano Castellino.

Moderate und linksgerichtete italienische Politiker fordern angesichts der jüngsten…