Meinung

Kolumne: Hier spricht der Boomer
Von Flughäfen und anderen Problemen: Warum Deutschland nicht mehr abheben kann

Am Berliner Flughafen bildeten sich am Wochenende lange Schlangen

© Christoph Soeder / DPA

Der Hauptstadtflughafen ist tagelang verstopft, Flüge werden verpasst, die Warteschlangen sind endlos. Wer sich in diesen Tagen traut, ab Berlin zu fliegen, braucht eine Menge Mut. Was ist eigentlich der tiefere Grund dafür, dass am neuen Berliner Flughafen nichts funktioniert, fragt sich unser Autor.

Von Frank Schmiechen

Fliegen ist zu einem Alptraum geworden. Der Berliner Flughafen wurde am Wochenende zur Hölle für Urlauber. Warteschlangen zogen sich bis vor das Gebäude. Niemand organisierte das Chaos. Stattdessen wurden verzweifelte Fluggäste angeschnauzt. Flüge wurden verpasst. Kinder weinten. Urlauber, die nach alle den dunklen Corona-Monaten endlich in die Sonne wollten, musste umkehren und traurig und wütend den Rückzug antreten.

Vor meinem Rückflug aus Nizza erklärte der Flugkapitän über Mikrofon, dass man noch eine Stunde im Flieger auf dem Flughafen in Frankreich warten müsse. Grund sei der Berliner Flughafen, auf dem nur eine Landebahn betrieben würde. Wegen der Corona-Bestimmungen. Aha. Die Reaktion: leises Gebrummel. Man ist diesen Irrsinn inzwischen gewohnt. 

Fliegen kann heute in organisierter Freiheitsberaubung enden. Niemand ist zuständig. Als Reisender ist man auf sich selber gestellt, hat keine Chance zu entkommen. Die Menschen sind eingepfercht zwischen unbesetzten Schaltern, irrsinnigen Regularien, im startbereiten Flugzeug zwischen nervösen Touristen und weinenden Kindern. Niemand kann wissen, ob es ihm beim nächsten Flug auch so ergeht. 

Am Flughafen: „Wo wollen die ganzen Leute hin?“

Spötter behaupten, dass diese Szenarien mit voller Absicht geschaffen werden, um die Leute vom…