Fischerei
Ausgefischt? Krise deutscher Ostseefischerei spitzt sich zu

Dezimierte Fischbestände und sinkende Fangmengen verschärfen die Lage bei den deutschen Ostseefischern. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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Dezimierte Fischbestände und sinkende Fangmengen – wie geht es weiter mit der deutschen Ostseefischerei? Auf die Beratungen der EU-Minister Anfang der Woche dürften schlechte Nachrichten folgen.

Es steht nicht gut um die deutsche Ostseefischerei. Über Jahre sind die wichtigsten Bestände eingebrochen und mit ihnen die zulässigen Fangmengen.

Anfang der Woche stehen den Fischern die nächsten Hiobsbotschaften ins Haus – dann wollen die zuständigen EU-Minister über die Fangmengen für das kommende Jahr entscheiden.

«Für die deutsche Fischerei ist es katastrophal», sagt Christopher Zimmermann. Er leitet das Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock und berät im Rahmen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) auch die EU-Kommission. «Wir haben in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge empfohlen, die Heringsfischerei einzustellen.» Erstmals habe man zudem empfohlen, die Dorschfischerei in der westlichen Ostsee soweit zu verringern, dass es nur noch für Beifang, aber nicht mehr für eine zielgerichtete Dorschfischerei reicht.

«Das ist für unsere deutsche Ostseefischerei zweifellos eine extreme Belastung», erklärte Bundesagrarministerin Julia Klöckner mit. Hering und Dorsch in der westlichen Ostsee – diese Bestände sind die Brotfische der deutschen Ostseefischer. Beim Hering der westlichen Ostsee wurde die erlaubte Fangmenge laut Zimmermann von 2017 bis 2021 um 94 Prozent verringert. Sollten die EU-Agrar- und Fischereiminister der ICES-Empfehlung folgen, käme es beim Dorsch der westlichen Ostsee zu einer Reduzierung seit 2017 um mehr als 95 Prozent.

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