Es gibt diese Phasen im Leben eines Angreifers, die sich für den Betroffenen wie ein dauerhaftes Stimmungstief anfühlen. Timo Werner konnte in den letzten Tagen und Wochen ein trauriges Lied davon singen. Im Verein, beim Champions-League-Sieger FC Chelsea, lief es zuletzt nicht gut für ihn. Erst einen Saisontreffer brachte er bisher in der Premier League zustande. Der Stürmer hoffte, dass die Nationalmannschaft einmal mehr für ihn so etwas wie ein persönlicher Aufbauhelfer sein würde. Seine Hoffnung erfüllte sich: Werner trug gleich zwei Treffer zum 4:0 (0:0)-Erfolg des DFB-Teams in Nordmazedonien bei.

Weil der bisherige Tabellenzweite Armenien in Rumänien mit 0:1 (0:1) verlor, ist Deutschland nicht mehr von Platz eins der Qualifikationsgruppe J zu verdrängen. Das DFB-Team löste damit vorzeitig das Ticket für die WM im nächsten Jahr in Katar. „Wir haben uns so schnell wie möglich qualifiziert. Von der Einstellung heute auch müssen wir der Mannschaft wieder ein Kompliment machen“, lobte Bundestrainer Hansi Flick. „Wir können zufrieden sein, dass wir auch dieses Spiel mit einem Sieg abgeschlossen haben.“

Pfostentreffer 

Werner gelang auch am Montagabend in Skopje zunächst nicht viel. Der 25 Jahre alte Stürmer vergab Chance um Chance und wirkte Ende der ersten Hälfte schon fast wie eine tragische Figur im Team von Flick: Es lief die 45. Minute, als Werner etwas überraschend an den Ball kam, einen Gegenspieler mit einer gekonnten Körpertäuschung aussteigen ließ – und sich dann für die kurze und damit falsche Ecke entschied und den Ball nur gegen den Pfosten bugsierte. Es sollte einfach nicht sein für den zentralen deutschen Angreifer. Wieder einmal schien alles schien gegen ihn zu laufen.

Normale Flaute

Und doch ist dieser Zustand für einen Offensivspieler nichts Ungewöhnliches. Eine länger anhaltende Torflaute macht so gut wie jeder Topstürmer einmal durch. Selbst Weltfußballer Robert Lewandowski, eigentlich die personifizierte Tormaschine, hatte…