Drei Tage dauerte es. Drei Tage, die mit Razzien begonnen und mit einem Rücktritt endeten. Am Samstagabend war Sebastian Kurz soweit. Der einstige Polit- „Shootingstar“ trat als Bundeskanzler Österreichs zurück. Die Korruptionsvorwürfe aber, beteuert er weiterhin, seien „falsch“. 

Staatsanwälte verdächtigen Kurz und seine engen Vertrauten, sich mit manipulierten Meinungsumfragen und bezahlten Medienberichten den Weg ins Kanzleramt erkauft zu haben. Das Propaganda-Projekt soll mit Geld des Finanzministeriums illegal bezahlt worden sein. Es sollen seitenlange belastende Chatverläufe vorliegen.

Ein Rücktritt, kein Rückzug

„Sie haben alle mitverfolgt, dass in den letzten Tagen strafrechtliche Vorwürfe gegen mich erhoben worden sind. Diese Vorwürfe stammen aus dem Jahr 2016, sie sind falsch, und ich werde das auch aufklären können, davon bin ich zutiefst überzeugt“, sagte er. „Es ist etwas, das viele Spitzenpolitiker schon erleben mussten, im Inland, aber auch im Ausland. Was diesmal anders ist, ist, dass der Koalitionspartner sich entschlossen hat, sich klar gegen mich zu positionieren.“

Kurz‘ Rücktritt ist mitnichten ein Rückzug aus der Politik. Er bleibt Parteichef und wird künftiger Fraktionschef der ÖVP. Damit sichert sich Kurz Optionen auf ein mögliches Comeback. Es wäre dann bereits sein zweites. 

tpo mit Agentur