Analyse

WM-Qualifikation
Fahndung nach der Nummer elf

Timo Werner beim WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien

© Axel Heimken / DPA

von Christian Ewers
09.10.2021, 11:32 Uhr

Junger Mann zum Mitreisen gesucht: Im WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien wird deutlich, dass es der deutschen Nationalmannschaft an einem konkurrenzfähigen Mittelstürmer mangelt. Timo Werner ist mit dieser Planstelle derzeit überfordert.

Es ging schon auf Mitternacht zu, als sich Hansi Flick mit einer Frage konfrontiert sah, die er so gar nicht mochte. Ob das Spiel gegen Rumänien nicht gezeigt habe, dass der deutschen Mannschaft ein Mittelstürmer gefehlt habe, verlautete es aus der internationalen Pressekonferenz. „Ich gebe die Frage zurück“, brummte der Bundestrainer. „Sagen Sie doch mal, was ist das überhaupt: ein Mittelstürmer?“

Ein Mittelstürmer, so könnte man nach dem mühevollen 2:1-Sieg des DFB-Teams gegen Rumänien sagen, ist ein Angreifer, der stets anspielbereit ist im gegnerischen Strafraum. Der auch mal mit dem Rücken zum Tor steht und trotzdem weiß, wo der rechte und der linke Winkel ist. Der gefürchtet ist wegen seiner Kopfballstärke. Der sich von seinem Instinkt leiten lässt und im richtigen Moment an der richtigen Stelle steht, um den Ball über die Torlinie zu schieben.

Man könnte auch sagen: Ein Mittelstürmer ist das Gegenteil dessen, was derzeit Timo Werner verkörpert, der zentrale Angreifer der deutschen Nationalmannschaft.

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Als Werner in der 67. Minute für Thomas Müller ausgewechselt wurde, muss dies eine Erlösung für ihn gewesen sein. Sekunden zuvor hatte er mal wieder eine scharfe Hereingabe verpasst. An guten Tagen hätte er den Ball mit dem Knie ins Tor…