Parteinachwuchs unzufrieden
Junge Union muckt auf gegen „Ein-Mann-Show“ Markus Söder

Markus Söder (l.), CSU-Vorsitzender, geht neben Christian Doleschal (r.), JU-Vorsitzender in Bayern

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Vor der Jungen Union macht CSU-Chef Söder seinem Ärger über die Wahlniederlage Luft. Doch auch im Parteinachwuchs keimt Missmut. Die Delegierten streichen Söders Namen aus einer Erklärung.

Die Bundestagswahl ist zwei Wochen her – und der Ärger über die Niederlage schwelt in der Union permanent weiter. Doch auch CSU-Chef Markus Söder bläst ein erster zarter Gegenwind in der eigenen Partei entgegen. Bei der Landesversammlung der Jungen Union stimmten die Delegierten am Samstag mit großer Mehrheit dafür, Söders Namen aus einer Passage der Erklärung zu streichen, die der JU-Landesvorstand zur Aufarbeitung der Niederlage bei der Bundestagswahl entworfen hatte. Anlass der symbolträchtigen Abstimmung waren Vorbehalte, dass Söder in seiner Partei zur alles dominierenden Figur geworden sei. Notwendig sei Teamarbeit und keine Ein-Mann-Show, sagte der Delegierte Stefan Meitinger, der unter Beifall den Antrag zur Streichung von Söders Namen einbrachte.

Ein Mini-Aufstand gegen Markus Söder

„Es ist Zeit, (…) ein schlagkräftiges, frisches Team hinter unserem starken Zugpferd Markus Söder zu bilden, das glaubhaft die ganze Bandbreite einer Volkspartei abdeckt“, hieß es im ursprünglichen Entwurf des JU-Vorstands. In der verabschiedeten Fassung fehlte dann das „Zugpferd Markus Söder“. Die Versammlungsleitung hatte noch versucht, einen Kompromissvorschlag vorzulegen, fand aber kein Gehör. „Nein“, scholl es aus dem Saal. Einen Aufstand gegen Söder bedeutet die Abstimmung nicht – nur die Forderung an den Parteichef, mehr auf die Gemeinsamkeit zu achten statt auf sich selbst. Söders Rede zuvor hatten die etwa 300 JU-Delegierten noch applaudiert.