Faktencheck

Vergiftungsgefahr
Stimmt es, dass schon wenige Bittermandeln für Kleinkinder tödlich sein können?

Ein Mädchen hält eine Schale mit Bittermandeln in den Händen

© Getty Images

Verarbeitete Bittermandeln verleihen beispielsweise dem zur Weihnachtszeit beliebten Christstollen seine marzipanartige Geschmacksnote. In rohem Zustand jedoch kann der Verzehr sogar für Erwachsene gefährliche Folgen haben.

Vielleicht sollte uns der bittere Geschmack bereits eine Warnung sein. Bittermandeln enthalten in rohem Zustand Amygdalin, einen Bitterstoff, der insbesondere bei vielen Rosengewächsen zur Abschreckung von Fraßfeinden genutzt wird. 

Im menschlichen Körper wird aus Amygdalin während des Verzehrs und bei der Verdauung Blausäure abgespalten. Blausäure kann bei Kindern und Erwachsenen zu schweren akuten Vergiftungserscheinungen führen. Erwachsene sollten deshalb nicht mehr als 50 bis 60 rohe Bittermandeln auf einmal essen. Für Kleinkinder können bereits fünf bis sechs dieser Fruchtkerne tödlich sein.

Bittermandeln: Gift verflüchtigt sich beim Kochen und Backen

Durch Kochen und Backen verflüchtigt sich der Bitterstoff. Übrig bleibt die charakteristische marzipanartige Geschmacksnote, die sich etwa zur Weihnachtszeit im Christstollen großer Beliebtheit erfreut.

Stimmt es eigentlich, dass …

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Quelle:Bundeszentrum für Ernährung 

Dieser Inhalt stammt aus dem Magazin GEO…