Sehen Sie im Video: Experte für Jugendansprache erklärt Erstwähler-Erfolg der FDP – „Selbst die Grünen waren gehemmt“.

Tobias Kargoll:
Ich glaube, dass zum Beispiel Armin Laschets Wahlkampf generell bei der Jugend nicht besonders gut ankam. Wenn man es mit in Parteien ausdrücken will, dann vereint Hip-Hop-Kultur so ein bisschen die FDP und die Linke. Niemand hat so richtig mutig progressive Forderungen vorgetragen. Selbst die Grünen waren aus meiner Sicht gehemmt.

Florian Saul:
Hi, ich bin Florian Saul von stern.de und anlässlich der Bundestagswahl habe ich mich mit Tobias Kargoll unterhalten. Er ist Experte für Jugendansprache und Hip-Hop-Kultur. Außerdem ist er Mitbegründer der Hip-Hop-Consultingfirma THE AMBITION und Herausgeber von hiphop.de. Eine der Überraschungen der Bundestagswahl war für viele Wähler das starke Abschneiden der FDP bei den Erstwählern, dicht gefolgt von den Grünen. Was haben die beiden Parteien denn bei ihrer Jugendansprache besonders gut gemacht?

Tobias Kargoll:
Ich würde sagen, die FDP hat sich vorgenommen, die Jugend für sich zu gewinnen. Sie hatte einen guten Plan und sie war damit dann auch erfolgreich, weil sie ihn auch gut exekutiert hat. Ich denke, das Votum der Erstwähler zeigt den Wunsch nach Veränderung, den manche bei den Grünen noch mehr, andere aber bei der FDP erfüllt sahen, von den Erstwählenden. Die Generation Z gilt ja als progressiv. Generell sagt man der Jugend das ja auch einfach nach, dass sie, dass man eher progressiv ist, wenn man jünger ist. Und ich denke, was die Tonalität angeht, hat die FDP die Grünen in puncto Progressivität einfach geschlagen. Bei den Grünen hieß es „Bereit, weil ihr es seid“. Das hat so was von einem aufmunternden Schulterklopfen. „Komm, Alter, du schaffst das, du bist doch auch bereit und wir kriegen das doch alle irgendwie hin.“ Und da war die FDP einfach mutiger. Aber es gibt auch noch andere Punkte, die die FDP meiner Meinung nach richtig gemacht hat. Sie hatten junges…