Mobilität
Conti-Spitze: Digitalisierungsängste abbauen

Nikolai Setzer will Berührungsängste gegenüber digitalen Arbeitsformen mildern. Foto: Michael Matthey/dpa

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Der Wandel zu digitaler Arbeit wird das zentrale wirtschaftspolitische Thema. 150 Jahre nach der Gründung will Continental eigene Erfahrungen einbringen – und nennt Erwartungen an die Politik.

Den tiefgreifenden Umbau in Richtung Software und Elektronik bei Continental will die Konzernführung auch als Ansporn verstanden wissen, Berührungsängste gegenüber digitalen Arbeitsformen zu mildern.

«Für die gesamte Gesellschaft gilt: Man muss die Menschen begleiten», sagte Personalvorständin Ariane Reinhart zum 150-jährigen Bestehen, das der Autozulieferer feiert. Transformation bedeute stets große Veränderungen des Vertrauten und bringe Risiken für alte Jobs – aber sie müsse häufiger als Aufbruch gesehen werden.

Es sei eine Aufgabe der Politik, dies klarer herauszustellen, meinte die Managerin auch mit Blick auf die Sondierungsgespräche zur Bildung einer neuen Regierungskoalition im Bund. «Das Signal sollte sein: Wir wollen euch alle mitnehmen. Es geht darum, Vertrauen auf- und Ängste abzubauen.» Sobald positive Effekte deutlicher greifbar würden, werde auch die Notwendigkeit der Digitalisierung deutlicher. «Wir sind uns sehr bewusst darüber, welche Chancen in neuen Technologien liegen, ohne dass man seine Wurzeln deshalb vergessen muss», sagte Reinhart.

Der Dax-Konzern aus Hannover macht eine grundlegende Neuausrichtung durch, die bei etlichen Beschäftigten sowie Gewerkschaftern und manchen Politikern auch auf Kritik stößt. Bis zu 30 000 Jobs weltweit sollen im laufenden Jahrzehnt «verändert» werden, wie die Leitung dies formuliert. Dazu gehören Verlagerungen und Streichungen. Gleichzeitig werden jedoch große Weiterbildungsprogramme aufgelegt.