In diesem Monat werden gleich zwei Literaten aus Subsahara-Afrika mit wichtigen Literaturpreisen bedacht. Die simbabwische Autorin Tsitsi Dangarembga nimmt Ende Oktober den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegen. Und mit Abdulrazak Gurnah wurde jetzt ein Autor mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet, der ursprünglich aus Sansibar stammt und seit Ende der 1960er-Jahre in Großbritannien lebt.   

Vor Gurnah nahm zuletzt 2003 ein Autor – der Nigerianer Wole Soyinka – aus Subsahara Afrika den renommierten Preis entgegen. Dann herrschte lange Funkstille.

Kündigt sich jetzt ein Paradigmenwechsel an? „Ich glaube, dass sich die Welt für die Geschichten vom afrikanischen Kontinent öffnet“, so Tsitsi Dangarembga im Interview mit der DW. „Doch es war ein langer Weg bis dahin.“ Dangarembgas Debütroman „Der Preis der Freiheit“ war bereits Anfang der 1990er-Jahre in Deutschland erschienen, ist mehr oder minder in Vergessenheit geraten, bis Dangarembga das African Book Festival im Jahre 2019 kuratierte und ihr Roman unter dem Titel „Aufbrechen“ neu aufgelegt wurde. Ähnlich verhält es sich mit den Büchern von Abdelrazak Gurnah. Insgesamt fünf von zehn Titeln sind ins Deutsche übersetzt, aber derzeit sind die deutschen Fassungen in den Buchläden – mangels Nachschub – vergriffen.

Tsitsi Dangarembga wird am 24. Oktober mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche ausgezeichnet

Das dürfte sich ändern: „Ich glaube, dass die Verleihung dieses Preises die afrikanische Literatur wiederbeleben kann“, sagt der togolesische Autor Kossi Efoui. Viele afrikanische Autoren, die etwa auf Französisch oder in afrikanischen Sprachen schrieben, würden nicht ins Englische übersetzt. Dass afrikanische Literatur im Westen weniger wahrgenommen werde, liege also vor allem auch an der mangelnden Zugänglichkeit, so Efoui. 

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