Kampf gegen Geldwäsche
Bafin: Sonderaufpasser für VTB Bank Europe

Die Zentrale der VTB Bank in Moskau. Foto: Christian Charisius/dpa

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Deutschland gilt als Paradies für Geldwäsche, die Finanzaufsicht als zahnloser Tiger. Das soll sich ändern, verspricht der neue Präsident der Behörde. In einem konkreten Fall greift die Bafin durch.

Die Finanzaufsicht Bafin schaut der russischen VTB Bank bei ihren Geschäften in Deutschland zur Vermeidung von Geldwäsche strenger auf die Finger. «Die Bafin hat am 1. Oktober 2021 gegenüber der VTB Bank (Europe) SE die Umsetzung angemessener interner Sicherungsmaßnahmen zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung angeordnet», teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) am Freitag mit.

Zur Überwachung der Maßnahmen habe die Bafin «mit sofortiger Wirkung einen Sonderbeauftragten bei dem Institut bestellt». Hintergrund des Vorstoßes sind dem Vernehmen nach keine aktuellen Tatbestände.

Die VTB Bank (Europe) SE hat ihren Sitz in Frankfurt/Main und gehört zur zweitgrößten russischen Bankengruppe. Diese befindet sich mehrheitlich im Besitz des russischen Staates und gehört gemessen am Kapital zu den 100 größten Banken weltweit. Auf dem deutschen Markt konzentrierte sich das Institut lange auf Geschäftskunden, seit 2011 bietet es über die Onlinebank VTB Direktbank auch Privatanlegern Finanzprodukte an.

Im Mai dieses Jahres hatte die Bafin bei der Smartphone-Bank N26 einen Sonderaufpasser eingesetzt, der dem Institut in Sachen Geldwäschebekämpfung auf die Finger schauen soll. Erstmals hatte die Finanzaufsicht im September 2018 bei der Deutschen Bank zu diesem Mittel gegriffen. Im April 2021 ergänzte die Bafin das Mandat ihres Sonderbeauftragten bei der Deutschen Bank und mahnte bei Deutschlands größtem Geldhaus mehr Anstrengungen beim Kampf gegen…