Illegale Pushbacks
Kroatien und Griechenland sollen Migranten gewaltsam zurückgedrängt haben – EU fordert Ermittlungen

Die meisten Migranten gelangen über See oder Land von der Türkei aus nach Griechenland

© Yasin Akgül / DPA

Laut Medienberichten sollen Kroatien und Griechenland Asylsuchende teils mit Gewalt an ihren Grenzen zurückgedrängt haben. Die EU-Innenkommissarin zeigt sich „zutiefst besorgt“ und fordert Untersuchungen.

Die EU hat von Kroatien und Griechenland Untersuchungen wegen mutmaßlicher illegaler Zurückweisungen von Asylsuchenden an ihren Grenzen gefordert. Sie sei „zutiefst besorgt“ über Medienberichte von teils gewaltsamem Zurückdrängen von Flüchtlingen, sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson am Donnerstag in Brüssel. Die Regierung in Zagreb kündigte eine „umfassende Untersuchung“ der Berichte an, Athen wiederum wies die Anschuldigungen kategorisch zurück.

Uniformen ohne Abzeichen: Einsatzkräfte sollen ihre Identität verschleiert haben

Laut am Mittwoch veröffentlichter Recherchen des „Spiegel“ und Medien aus anderen EU-Ländern betreiben insbesondere die kroatische Interventionspolizei und griechische Eliteeinheiten aktiv Pushbacks an ihren Grenzen. Auch die rumänischen Sicherheitskräfte werden in den Recherchen genannt, die sich vor allem auf Videoaufnahmen stützen. Demnach verschleiern die Einsatzkräfte oftmals ihre Identität, indem sie Uniformen ohne Abzeichen und Sturmhauben tragen.

„Einige dieser Informationen sind schockierend und ich bin sehr besorgt“, sagte Johansson. Derartige Vorwürfe „schaden wirklich unserem Ruf als Europäische Union“. Es gebe außerdem „überzeugende Hinweise“ auf den Missbrauch von EU-Fördermitteln, da die Einsätze von Grenzschützern an den EU-Außengrenzen teilweise aus Brüssel mitfinanziert werden. Dies müsse untersucht werden, forderte die…