Einigung
Irland: Internationale Steuerreform steht bevor

Der irische Finanzminister Paschal Donohoe bei einer Pressekonferenz. Foto: Julien Behal/Irische Regierung/PA Media/dpa

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Bereits im Sommer einigen sich die Top-Wirtschaftsmächte (G20) auf eine Reform des internationalen Steuersystems. Doch in der EU sind nicht alle Mitglieder begeistert. Vor allem Irland beharrte auf seinem Steuermodell.

Nach dem Einlenken des bisherigen Niedrigsteuerlandes Irland ist eine wichtige Hürde für eine globale Reform der Unternehmenssteuern noch in diesem Jahr genommen worden.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wollte noch am Freitag bei einem Treffen in Paris die technischen Gespräche beenden, wie die «Financial Times» berichtete. Zuvor hatte sich Irland dem internationalen Druck gebeugt – und mit Estland noch ein weiteres EU-Land. Das Kabinett in Dublin beschloss am Donnerstagabend, den Steuersatz für Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 750 Millionen Euro von 12,5 auf 15 Prozent zu erhöhen.

Irland, wo digitale Großkonzerne ihren Europa-Sitz haben, trägt damit die angestrebte globale Steuerreform mit und vermeidet weiteren Streit mit der G20-Gruppe der Top-Wirtschaftsmächte. Bisher hatte Dublin seine Niedrigsteuerpolitik stets verteidigt, die ein wichtiges Geschäftsmodell ist. Allerdings stieg der Druck, nachdem sich die Finanzminister der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im Sommer auf eine Reform der internationalen Steuerregeln im Digitalzeitalter geeinigt hatten.

Die G20-Finanzminister hatten im Juli auf zwei Neuerungen beschlossen: International tätige Firmen sollen unabhängig von ihrem Sitz «mindestens» 15 Prozent Steuern zahlen. Zahlt ein Unternehmen mit seiner Tochterfirma im Ausland weniger Steuern, kann der Heimatstaat die Differenz einkassieren. Das soll verhindern, dass…