von Horst von Buttlar
08.10.2021, 17:25 Uhr

Der verklausulierte Rückzug von Armin Laschet offenbart ein großes Drama in der Union: Wer auch immer ihm nachfolgt, braucht Söder und Merz – und muss sie zugleich hinter sich lassen.

Drei Fragen bleiben am Ende dieser kurzen Ära Laschet, die nicht zu Ende gehen will, ja, die sich mit ihrem Nichtendenwollen quält: Wie hält ein Mann so etwas aus? Wie konnte es so weit kommen? Und wie kann es überhaupt weitergehen?

1. Wie hält ein Mann so etwas aus?

Die erste Frage spaltet sich auf in zahllose Unterfragen: Wie hält ein Mensch das aus, was der CDU-Politiker Karl-Josef Laumann als „Vernichtung“ bezeichnet hat? Ein Dauerfeuer, Dauerangriff, mit Häme und Hass begleitet, die nicht selten grenzenlos und grenzüberschreitend waren. Warum beendet Armin Laschet nicht, was längst zu Ende ist? Wieso geht man nicht, wenn man eigentlich schon weg ist?

Wie hält man es aus, wenn man über Monate nicht gewollt wird, nie gewollt war, weggewollt wird, weggetwittert wird? Und zu guter Letzt: Wieso ist die Kritik an einem Politiker aus den Fugen geraten, der jemand ist, der eigentlich versöhnen will? Der jeden Tag aufgespalten wurde, während er nicht mehr spalten wollte?

Armin Laschet bleibt einer der tragischsten Kanzlerkandidaten, aber in seinem Scheitern steckt auch etwas Beschämendes.

2. Wie konnte es so weit kommen?

In dem klarsten Absatz seiner verklausulierten Rückzugsrede sprach Armin Laschet am Donnerstagabend von einem Streit um Vorsitz und Zukunft in der CDU, der seit 2018 andauert und nie beendet wurde.

Die CDU ist im Auswechseln ihrer Führungskräfte bei einer Frequenz angekommen, mit der sie es mit der SPD und dem HSV aufnimmt. Auslöser dieser Führungslosigkeit ist bekanntlich das Ende der Ära Merkel, Ursache ist eine…