Nach der Ankündigung von CDU-Chef Armin Laschet zur personellen Neuaufstellung der Partei wird der Ruf nach einer stärkeren Mitgliedereinbindung lauter. Zugleich warnten Spitzenpolitiker der CDU davor, nun zuviel Zeit zu verlieren. Auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt drückt auf’s Tempo: „Ich erwarte, dass diese Neuaufstellung zügig stattfindet und in diesem Jahr noch abgeschlossen wird“, sagte er dem „Münchner Merkur“.

Laschet lässt alles offen

CDU-Chef Laschet hatte am Donnerstag eine personelle Neuaufstellung der Parteispitze angekündigt und deutlich gemacht, dass dies auch seinen Posten als Parteichef betreffen solle. Am Montag will er den Parteigremien einen Vorschlag zur Einberufung eines Sonderparteitags unterbreiten, auf dem seine Nachfolge geklärt werden dürfte. Auch Laschet sprach sich für eine stärkere Einbindung der Basis aus – ließ aber offen, in welcher Form.

Der Sauerländer Friedrich Merz schließt eine dritte Kandidatur um den CDU-Parteivorsitz nicht aus (Archivbild)

Die Form kannte Friedrich Merz bereits. Nur Stunden nach Laschets Ankündigung am Donnerstag schloss der Ex-Unionsfraktionschef in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ eine erneute Kandidatur – seine dritte – um den Parteivorsitz nicht aus. Eine Kampfabstimmung auf einem Bundesparteitag lehnte er aber ab. Er finde es richtig, „dass wir über Mitgliederbeteiligung sprechen“. Er hoffe, dass Laschet es hinbekomme, „einen Prozess zu moderieren, an dem am Ende ein gemeinsamer Vorschlag steht“, sagte der 65-Jährige.

Linnemann will Befragung

Auch Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann will bei der Suche nach einem Laschet-Nachfolger die Parteimitglieder einbinden. „Für eine Befragung bin ich offen, würde sie sogar befürworten“, sagte im RTL/ n-tv Frühstart. Am Ende müssten aber die Delegierten auf einem Parteitag entscheiden, sagte der 41-jährige Mittelstandsexperte.

Der CDU-Wirtschaftsexperte Carsten Linnemann holte das beste Erstimmenergebnis für seine Partei…