Die deutschen Spieler wussten nicht so richtig, ob sie sich freuen oder über ihre mangelnde Durchschlagskraft ärgern sollten. Nach 90 Minuten stand zwar ein verdientes 2:1 (0:1) auf der Anzeigetafel im WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien am Freitagabend in Hamburg. Neu-Nationaltrainer Hansi Flick konnte damit auch das vierte Spiel in Folge gewinnen und die Tabellenführung in der Gruppe J behaupten. Allerdings verpasste es das DFB-Team, die hochüberlegen geführte Partie klarer zu entscheiden. Und das hatte seine Gründe im eingeschränkten Angriffsverhalten.   

Flick hatte sich in Hamburg ganz besonders auf einen alten Freund gefreut. Der Nationaltrainer wollte unbedingt Horst Hrubesch treffen, der im Alter von mittlerweile 70 Jahren beim HSV als „Direktor Entwicklung“ arbeitet. Vor allem aber ist Hrubesch den Fußballfans als „Kopfball-Ungeheuer“ bekannt,  das damals auf den nationalen und internationalen Fußballplätzen reihenweise mit der Wucht seiner Stirn einnetzte.

Serge Gnabry (r.) gleicht in der 52. Minute per Flachschuss zum 1:1 aus

Mangel an hohen Anspielmöglichkeiten 

Flick dürfte sich gegen die Rumänen auch einen Spieler, wie Hrubesch einer war, gewünscht haben. Einen, der diese unbändige Wucht und Durchsetzungskraft in der Luft an den Tag legt und sich auch regelmäßig gegen zwei Gegenspieler durchsetzt – ohne großen spielerischen Aufwand. Früher bedurfte es schlicht einer hohen Hereingabe in den gegnerischen Strafraum, dann war Hrubesch zur Stelle. 

Das deutsche spiel litt gegen Rumänien einmal mehr unter dem Mangel an Anspielmöglichkeiten in den luftigen Regionen im gegnerischen Strafraum. Vor allem nach dem frühen Rückstand durch Ianis Hagi nach neun Minuten, als sich die Rumänen dicht um ihren Strafraum postierten und kaum eine Lücke freigaben. Ein Problem, das auch schon unter Flick-Vorgänger Joachim Löw existierte. Der klassisches Mittelstürmer existiert bei der DFB-Elf schon länger nicht mehr. Der letzte dieser Art dürfte…