Chemie-Nobelpreis
Nobelpreis an Deutschen für «Revolution» in der Chemie

Die Illustration zeigt Benjamin List (l) und David W.C. MacMillan. Foto: Niklas Elmehed/Nobel Prize Outreach/dpa

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Zwei Forscher haben große Teile der Chemie grundlegend optimiert. Viele Reaktionen sind nun effizienter und präziser. Das habe zu einem Goldrausch auf diesem Feld geführt, schreibt die Nobel-Jury.

Von Solarzellen bis zu Arzneimitteln: Die Erkenntnisse der diesjährigen Nobelpreisträger für Chemie machen die Herstellung zahlreicher Produkte umweltfreundlicher und effizienter.

Der Deutsche Benjamin List und der in Schottland geborene US-Forscher David W.C. MacMillan hätten mit ihrer Arbeit eine Art «Goldrausch» auf ihrem Feld erzeugt, teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit. Die Technik werde bei der Produktion von Tausenden von Substanzen genutzt, darunter Energiespeicher, Solarzellen, elastische und zugleich langlebige Materialien und Medikamente.

«Ihre Werkzeuge haben die Konstruktion von Molekülen revolutioniert», schreibt die Nobel-Jury. Mit den von ihn entwickelten Reaktionsbeschleunigern (Katalysatoren) ließen sich nicht nur höhere Mengen einer Substanz herstellen, sondern auch präzisere Ergebnisse erzielen. So könne das durch Agatha Christie bekannte und auch anderweitig genutzte Gift Strychnin nun 7000-mal effizienter hergestellt werden. Zuvor habe es dabei viel Abfall gegeben. Und es gibt einen weiteren entscheidenden Vorteil der Technik.

Nur eine Variante

Bei vielen chemischen Reaktionen entstehen zwei spiegelbildliche Substanzen, die sich wie rechte und linke Hand gleichen. Oft wird aber nur eine Variante benötigt, die dann kompliziert abgetrennt werden muss. Der Clou bei den sogenannten asymmetrischen Organokatalysatoren: Sie stellen überwigend nur eine der…