Dass es mit ihm nicht weitergeht, hat Armin Laschet nun verinnerlicht. Der CDU-Chef will seinen Abgang nach äußerst unglücklicher Zeit selbst moderieren. Wird ihm seine Partei das gewähren? Die Presse-Kommentatoren bezweifeln das.

Armin Laschet bleibt angesichts der Selbstzerfleischung der CDU, die durch seine krachende Wahl-Niederlage so richtig befeuert wird, nichts anderes übrig, als sich zurückzuziehen. Dass er das gewohnt zaghaft tut, dass er sich immer noch ein wenig die Hintertür Jamaika-Koalition offen lässt und dass er den Neuanfang seiner Partei selber „moderieren“ will, wird ihn nicht davor schützen, als der wohl größte Unglücksvogel in die CDU-Geschichte einzugehen. So bewerten die Kommentatoren Laschets Rückzugs-Ankündigung.

„Frankfurter Allgemeine Zeitung“: Laschet versucht nun, wenigstens die Kontrolle über seinen Abgang zu behalten. Ob ihm die Partei diese Möglichkeit zur Gesichtswahrung lässt? Das wird vor allem von den Kalkulationen jener abhängen, die sich Hoffnungen auf das Amt des CDU-Vorsitzenden machen. Ob einer von ihnen glaubt, dank Laschets erklärter Opferbereitschaft doch noch Kanzler einer Jamaika-Koalition werden zu können? Vermutlich wird keiner erpicht sein auf die „Moderation“ eines Politikers, den die eigene Partei und die CSU als Versager abgestempelt haben. Völlig klar und überzeugend war auch dieser Auftritt Laschets nicht. Doch wenigstens lässt die Schockstarre der CDU nach. Der Prozess der personellen Erneuerung, die den Neuanfang sichtbar markieren soll, ist angelaufen. 

„Kölner Stadt-Anzeiger“: Der scheidende CDU-Chef Armin Laschet galt als Rocky Balboa der deutschen Politik. Wegen seiner Nehmer-Qualitäten ist er immer wieder mit dem von Sylvester Stallone verkörperten Boxer Rocky verglichen worden. Nun hat Laschet seinen Rückzug vom Parteivorsitz angekündigt, bevor er von den eigenen Parteifreunden k.o. geschlagen auf den…