Politische Konflikte und ökologische Bedrohungen hängen einer aktuellen internationalen Analyse zufolge eng miteinander zusammen. Die Zerstörung von Umweltressourcen mache Konflikte wahrscheinlicher, und diese wiederum führten zu einer weiteren Zerstörung, schreiben die Forscher der Denkfabrik Institute for Economics and Peace in ihrem aktuellen „Ecological Threat Report“, der in London vorgestellt wurde. Die Industriestaaten seien dazu aufgerufen, entsprechende Mittel bereitzustellen, um die Widerstandsfähigkeit von Krisenregionen zu stärken.

Ausgetrockneter Zufluss zum Niger

Auf Basis einer Auswertung von Daten zur Verfügbarkeit von Wasser und Lebensmitteln, Bevölkerungswachstum und vielen weiteren Faktoren aus 178 Staaten – mit 99,9 Prozent der Weltbevölkerung – kommen die Wissenschaftler zu folgendem Schluss: elf der 15 Staaten, die am stärksten unter ökologischen Bedrohungen leiden, sind aktuell auch von Konflikten betroffen.

Das am stärksten gefährdete Land ist demnach Afghanistan, gefolgt von Niger, Madagaskar, Malawi und Pakistan. Bei den restlichen Staaten ist das Risiko hoch, dass sich ihre Stabilität verschlechtern könnte.

Untersuchung von unterernährten Kindern in Madagaskar (im Juni)

Als eines der aktuell größten Probleme haben die Forscher die Lebensmittelknappheit identifiziert. Im Jahr 2020 litt demnach fast ein Drittel der Weltbevölkerung unter Ernährungsunsicherheit, was im Vergleich zu 2014 einen Anstieg von 44 Prozent darstellt – Tendenz weiterhin steigend.

Die Denkfabrik sieht einen Zusammenhang zwischen Unterernährung und höherer Gewaltbereitschaft, die noch weiter erforscht werden müsse. So litten etwa in 14 Ländern der Subsahara mehr als zehn Prozent der jungen Männer an Untergewicht. Gleichzeitig gehören diese Staaten zu den am wenigsten friedvollen Regionen der Welt.

Kinderarbeit in Malawi (2019)

Neben konkreten Konflikten und Bedrohungen wurden auch Einstellungen zu aktuellen Problemen und Herausforderungen…