Prozess beginnt
Prozess gegen ehemaligen KZ-Wachmann beginnt

Das Eingangstor mit dem Schriftzug „Arbeit macht frei“ im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen. Foto: Kristin Bethge/dpa-Zentralbild/dpa

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Einem ehemaligen SS-Wachmann des Konzentrationslagers Sachsenhausen wird der Prozess gemacht. Dazu werden zahlreiche Beobachter und Nebenkläger aus dem In- und Ausland in Brandenburg/Havel erwartet.

Mehr als 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs muss sich von heute an ein ehemaliger SS-Wachmann wegen Beihilfe zum Mord verantworten.

Der 100-Jährige soll laut Anklage während seiner Zeit im Konzentrationslager Sachsenhausen nördlich von Berlin von 1942 bis 1945 wissentlich und willentlich Hilfe zur grausamen und heimtückischen Ermordung von Tausenden Lagerinsassen geleistet haben. Angeklagt sind 3518 Fälle.

In dem Lager waren von 1936 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Zehntausende Häftlinge kamen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit, medizinische Versuche und Misshandlungen ums Leben oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Der Prozess vor dem Landgericht Neuruppin findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in der Sporthalle des Gefängnisses in Brandenburg/Havel statt. Das Schwurgericht hatte die Verhandlung aus organisatorischen Gründen in die Halle verlegt, die außerhalb des Gefängnis-Geländes liegt.

Nach der Anordnung des Vorsitzenden Richters sollen Justizwachtmeister mit einer Einsatzreserve den Prozess sichern. Zusätzlich könnten Polizeikräfte eingesetzt werden. Alle Teilnehmer müssen eine Sicherheitsschleuse passieren und werden durchsucht. Die Mitnahme von Computern und Handys in den Sitzungssaal ist für Besucher und Journalisten verboten….