Berlin³
Armin, der Krampf geht weiter

Bei der Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus vollbringt Armin Laschet ein erstaunliches rhetorisches Kunststück: Es ist ein Rücktritt, ohne ihn als Rücktritt zu benennen

© Michael Kappeler / DPA

von Axel Vornbäumen
07.10.2021, 20:11 Uhr

Armin Laschets Kampf um ein würdevolles Ende seiner Machtambitionen ist in eine neue Phase getreten: Der CDU-Chef glaubt weiter an Jamaika und will gleichzeitig den Weg zur Erneuerung der Partei moderieren. An dessen Ende aber kann nur sein Rückzug stehen.

Es ist ein merkwürdiger Auftritt von Armin Laschet an diesem Donnerstagabend im Konrad-Adenauer-Haus, und schon deshalb wird er in die Geschichte eingehen. Wahrscheinlich hat der Kanzlerkandidat der Union gerade sein Ende als CDU-Chef besiegelt und dabei doch ein erstaunliches rhetorisches Kunststück vollbracht: Es ist ein Rücktritt, ohne ihn als Rücktritt zu benennen. Und weil das so ist, ist es nur ein Rückzug. Vielleicht. Und auf Raten. Aber noch nicht sofort.

Es ist ein Angebot. Aber an wen?

Wahrscheinlich ist es ein Angebot an alle die, die Politik so begreifen mögen, wie Armin Laschet das tut. Das Problem: Es gibt nicht mehr so viele davon in seiner Partei. Und in der Schwesterpartei CSU gibt es die erst recht nicht.

Man hatte gedacht, Armin Laschet würde nun kräftig an der Reißleine ziehen. Gerade noch rechtzeitig für den Menschen Armin Laschet, um einen zunehmend verzweifelten und am Schluss nur noch grotesken anmutenden Kampf um die Macht zu beenden, der ihm womöglich seelische Schäden verursachen wird. Wer weiß das schon.

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