Chemie-Nobelpreis
Benjamin List – Nobelpreisträger, der auch Handstand kann

Benjamin List, Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, in Berlin während der Verleihung der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preise nach seiner Auszeichnung. Foto: picture alliance / dpa

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Nobelpreisträger Benjamin List hat den Forschergeist im Blut. Schon unter seinen Vorfahren waren berühmte Wissenschaftler. Dass Erfolg nicht alles ist, weiß er seit einem traumatischen Urlaubserlebnis.

Benjamin List lacht. Er lacht, weil er gerade den Nobelpreis bekommen hat, und ihn jemand danach gefragt hat, was das mit ihm macht. «Ich bin immer noch ekstatisch», sagt er. «Ich bin total happy. Wirklich extrem dankbar. Gefühle halt. Sehr, sehr, sehr schön.»

Der 53-Jährige saß gerade mit seiner Frau Sabine in einem Amsterdamer Café, als er am Mittwoch die Nachricht bekam. «Die haben auf meinem Handy angerufen», erzählt er der Deutschen Presse-Agentur. «Als wir gerade bestellen wollten, sah ich auf dem Display so „Schweden“. Ich guckte meine Frau an, wir lächelten uns ironisch an – „Haha, das ist der Anruf.“ Als Witz. Aber dann war es wirklich der Anruf.»

List hielt den Moment fest, wie dies wohl die meisten tun würden: mit einem Selfie. Der Chemiker ist nicht der Typ zerstreuter Professor, der im wahren Leben nicht zurechtkommt. Er spielt Tennis, schätzt guten Wein und entspannt sich mit Yoga. Er kann sogar Handstand.

Berühmte Ahnen

List war schon als Schüler ein Forschergeist, mit seinem eigenen Chemielabor, in dem er mit Schwarzpulver experimentierte. In gewisser Weise hatte er das wohl im Blut: Sein Ururgroßvater war Jacob Volhard (1834-1919), ein Schüler des Chemie-Pioniers Justus von Liebig. Seine Tante Christiane Nüsslein-Volhard, Entwicklungsbiologin und Max-Planck-Kollegin, erhielt 1995 ebenfalls den Nobelpreis.