Premier League
Zwei Drittel der Fußballer in England angeblich ungeimpft

Premier League, England, Manchester United – FC Everton, 7. Spieltag, im Old Trafford: Anthony Martial (3.v.r) von Manchester United kommt an den Ball und köpft ihn. 

© Andrew Yates / DPA

In der Premier League sind offenbar viele Profis nicht geimpft – und wollen sich auch nicht impfen lassen. Die Debatte belastet das englische Nationalteam und könnte im nächsten Jahr Konsequenzen bei der Weltmeisterschaft haben.

Jürgen Klopp hat kein Verständnis für Impfgegner. „Ich möchte an diese Leute appellieren“, sagte der Liverpool-Coach am Wochenende, „egal ob sie Fußballer sind oder wer auch immer – die Impfstoffe wirken.“ Sein Trainerkollege Thomas Tuchel vom FC Chelsea äußerte sich zurückhaltender. „Die Spieler sind Erwachsene und können frei entscheiden, ob sie sich impfen lassen wollen oder nicht“, sagte Tuchel, der selbst aus Überzeugung geimpft ist. „Wir müssen das akzeptieren.“

Wie viele Chelsea-Profis geimpft sind, vermochte Tuchel nicht zu sagen. Beim FC Liverpool sind es laut Klopp 99 Prozent der Spieler. Konkrete, offizielle Zahlen zur Impfquote veröffentlichen zwar weder die Premier League noch die Clubs, doch laut einem Bericht der „Daily Mail“ sind fast zwei Drittel der Spieler in Englands Spitzenliga nicht geimpft – und viele lehnen eine Impfung offenbar ab.

Verschwörungstheorien hinter vorgehaltener Hand

Die Zeitung berichtete von Clubmitarbeitern, die anonym über Verschwörungstheorien sprechen, die in den Umkleidekabinen der Topvereine angeblich weit verbreitet sind – von drohender Impotenz bis zur Kontrolle durch Bill Gates‘ Mikrochips. Teilweise würden gestandene Profis den Nachwuchs damit beeinflussen. Laut der „Times“ sollen mehrere Spieler von Rekordmeister Manchester United die Impfung zudem aus religiösen Gründen abgelehnt haben.