Wissenschaft
Nobel-Experte: «Höchste Zeit» für Auszeichnungen

Johan Åqvist vom Chemie-Nobelkomitee schaut in die Kamera. Foto: Steffen Trumpf/dpa

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Asymmetrische Organokatalyse: Das klingt genauso kompliziert, wie es ist. Die diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger haben damit jedoch einen Ansatz entwickelt, der von enormer Bedeutung ist.

Wie bei der Bekanntgabe des Nobelpreises für Physik am Vortag ist auch beim Chemie-Nobelpreis wieder ein Deutscher unter den Auserwählten.

Warum es mit der Auszeichnung des Chemikers Benjamin List und dem in Schottland geborenen US-Forscher David W.C. MacMillan langsam Zeit wurde, erklärte Johan Åqvist vom zuständigen Nobelkomitee der Deutschen Presse-Agentur in Stockholm.

Frage: Der Physik-Nobelpreis ging unter anderem an Klimamodellierer, womit er angesichts der Klimakrise topaktuell war. Inwiefern ist der diesjährige Nobelpreis in der Kategorie Chemie ebenfalls zeitgemäß?

Antwort: Nun, ich weiß nicht, ob er so aktuell ist. Aber: Was ihn so großartig macht, ist, dass die diesjährigen Preisträger einen völlig neuen Weg zum Beschleunigen chemischer Reaktionen entdeckt haben. Wir haben damit nun einen dritten Eckpfeiler neben Enzymen – biologische Katalysatoren, die wir in unserem Körper haben – und metallbasierten Katalysatoren, die wir in unseren Autos haben. Das ist nun eine komplett neue dritte Kategorie, die auf kleinen, organischen Molekülen basiert, die verglichen mit den anderen sehr einfach sind.

Fragen: Seit List und MacMillan ihre wissenschaftlichen Entdeckungen veröffentlicht haben, sind bereits einige Jahre vergangen. War es an der Zeit mit einer Auszeichnung der beiden?

Antwort: Ja. Das Feld der Organokatalyse ist enorm gewachsen. Das Jahr 2000, als sie ihre Paper veröffentlichten, war dabei ein eindeutiger…